Monsheimer Glück auf der Zielgeraden - Gefährliche Nauheimer haben das Nachsehen
Puhhh… ein Kegelkrimi für die Geschichtsbücher. Die Rot-Weißen aus Nauheim haben der Böss-Truppe alles abverlangt und trotzdem knapp verloren. Vielleicht lag es an der Anspannung der Schork-Schützlinge kurz vor ihrem größten Ziel der Vereinsgeschichte zu stehen oder aber an der Lockerheit der Hessen, da sie im Niemandsland in der Tabelle stehen. Egal, Monsheim nahm zum ersten Mal Glücksgöttin Fortuna in Anspruch und gewann und das verflixte 13. Heimspiel in Folge.
Obwohl nicht alle Monsheimer ihr gewohntes Spiel aufziehen konnten, stand am Ende mit 5716, sogar noch ein Kegel mehr auf dem Spielbericht, als im letzten Spiel. Das gemeinsame Mannschaftskredo hat gegriffen: „Nur im Kollektiv sind wir so stark und erfolgreich. Jeder kämpft für jeden und das bis zum Schluss - das macht zurzeit den Erfolg aus.“ Und nicht zu vergessen: immer wieder die tollen Fans mit ihrer lautstarken Unterstützung, die einfach in solch brenzligen Situationen der Mannschaft den nötigen Rückhalt geben.
Das Spiel eröffnete mit Daniel Krüger der zweite Senior neben Böss, Frank Breyvogel - und er begann mit starken 503 furios. Sein Gegenüber Reinhard Kirst hatte mit 485 das Nachsehen. Krüger, nicht so druckvoll wie die letzten Spiele, konnte mit 483 Kegeln seinen Widersacher Patrick Schaffarczyk mit 482 nur in Schach halten. Im zweiten Spielabschnitt fehlten bei beiden Monsheimer Akteuren etwas der Schlag und die nötige Konstanz, um an die guten Leistungen der ersten 100 Wurf anzuknüpfen. Mit einer starken Schlussbahn von Kirst (264) konnte er den starken Frank Breyvogel (966) noch abfangen. Bei 977 blieb der Totalisator von Kirst stehen. Krüger hatte mit seinen 941 Kegeln Schaffarczyk mit 938 Kegeln gerade so im Griff.
Seit langer Zeit musste das Mittelpaar einem Rückstand von knappen 8 Kegeln nachlaufen. Dies verstanden Jonas Hudel und Daniel Dietrich sofort und versuchten, ihre Gegner Volker Widera und Andreas Mars unter Druck zu setzen. Bei Widera (209) gelang es, aber Mars brannte mit 277 Kegeln ein Feuerwerk ab. Trotzdem hatten Hudel (242) und Dietrich (255) den Rückstand in einen Drei-Kegel-Vorsprung umgewandelt und diesen bis zum Ende stetig erhöht. Dietrich, verlor nach gutem Start - vermutlich durch den Druck von Mars (979) - etwas den erzielte für ihn nur magere 921 Kegel. Ein hoch motivierter Hudel egalisierte diesen Patzer wieder - ein unnötiger Fehler auf der Zielgeraden kostete ihn den Tausender. Mit 995 Kegeln zeigte er erneut, dass in wichtigen Spielen immer mit ihm zu rechnen ist. Allein er machte gegen Widera 83 Kegel gut.
Magere 17 Kegel sollte die Schlussachse verteidigen und es entwickelte sich ein wahrer Krimi. Kapitano Gerd Böss und Sebastian Klonner hatten es mit Michael Tinat und dem Ex-Eppelheimer Bundesligaspieler Marcus Schäfer zu tun. Der sonst extrem ruhige Sebastian Klonner war von Beginn an trotz gutem Spiel mit sich unzufrieden und schimpfte darüber. Vielleicht haderte er mit dem Quäntchen, nach drei guten Volle-Durchgängen auch gutes Räumen folgen zu lassen. Zu guter Letzt besann er sich auf seine Stärke und räumte im entscheidenden Augenblick sehr starke 97 Kegel. 932 Kegel standen bei ihm auf der Anzeigetafel. Sein Gegner Tinat hatte zwar mit 947 Kegeln die Nase vorne, doch reichen sollte es nicht, denn „Chef Böss“ hatte Marcus Schäfer zu jeder Zeit im Griff. Allerdings lag das Glück auf seiner Seite, als er im 199. Wurf ein Pärchen nicht mehr räumen konnte; so lag es an Schäfer, im 199. seinen letzten Kegel zu treffen, um ins Volle zu kommen. Aber auch er scheiterte und platzierte seinen einzigen Fehler im wichtigsten Wurf. Am Ende standen starke 961 Kegel bei Böss und 958 Kegel bei Schäfer. Der Jubel war groß, denn hauchdünne fünf Kegel fehlten den Hessen, um den Tabellenführer zu schlagen.
Ja, Glücksgöttin Fortuna war den Rheinhessen hold oder das kleine Quäntchen Dusel des Tabellenführers. Fakt ist, mit der Leistung von 5716:5711 können alle Monsheimer zufrieden sein und ihrem sportlichen Leiter Andreas Schork ist ein riesen Stein vom Herzen gefallen, als das für ihn schwerste von drei Endspielen unter Dach und Fach war. Ein weiteres riesen Kompliment an die Fans, die das Großkarlbacher Bürgerhaus zum Hexenkessel machten.
Nun können alle eine schöne Osterzeit verbringen und dieses tolle Bundesligaspiel Revue passieren lassen. Am Samstag, den 2.April könnten sie am Wiesengrund alles klar machen und den Traum vom Aufstieg in die erste Bundesliga des tollen SKC leben.
Andreas Schork
SKC Monsheim
Diesmal verschlug es die Nauheimer Sportkameraden nach Großkarlbach in Rheinland-Pfalz, wo der aktuelle Tabellenführer SKC Monsheim seine Heimspiele bestreitet. Monsheim wollte von Spielbeginn an die Gäste nicht unterschätzen, da Nauheim brandgefährlich werden kann.
Durch die Bank weg war es von Anfang an ein spannender Wettkampf. Keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen – ständig wechselte die Führung. Im Startpaar der Nauheimer begannen Reinhard Kirst 977 (+11) gegen Frank Breyvogel (966) und Patrick Schaffarczyk 938 (-3) gegen Daniel Krüger (941). Acht Kegel Vorsprung hieß dies für die Gastmannschaft. Den vielen anwesenden Zuschauern merkte man an, dass dies kein Kanterheimsieg werden mag und jede Mannschaft um jeden Kegel kämpft. Im Mittelpaar drehte sich die Ausgangslage, Mannschaftsführer Volker Widera (912) musste 83 Kegel gegen den Tagesbesten Jonas Hudel (995) abgeben. Jedoch konnte Andreas Mars mit seinen klasse 979 Kegeln gegen Daniel Dietrich (921) wichtige Punkte gutmachen und den Rückstadt gering halten (-17 Kegel). Im Schlusspaar spielten sich Marcus Schäfer 958 (-3) gegen Gerd Böss (961) und Michael Tinat 947 (+15) gegen Sebastian Klonner (932) zwischendurch entscheidend in Front. Jedoch missglückten beiden Nauheimern die letzte 1-2 Würfe. Somit behielt Monsheim die weiße Heimspiel-Weste und kam letztendlich mit einem blauen Auge davon.
Bei einem so knappen Endstand kann nur die Mannschaft mit dem größeren Stückchen Glück am Ende siegreich sein.
Michael Tinat
RW Nauheim