Geringe Siegchancen
Die Chancen waren von vornherein gering, dass den im bisherigen Saisonverlauf schon so arg gebeutelten Männern vom ThSV „Drei Türme“ ausgerechnet gegen die auswärtsstarken Franken aus Neustadt das Ende der Serie von 5 sieglosen Spielen in Folge gelänge. Auch wenn sich PSV-Mannschaftskapitän Jürgen Bieberbach in seiner Begrüßungsrede daran zu erinnern glaubte, in der Vergangenheit stets auf „bärenstarke“ Thüringer getroffen zu sein, ist im kollektiven Gedächtnis der Bad Langensalzaer zumindest noch die Ergänzung hängen geblieben, dass es am Ende dann doch meistens nicht gereicht hat, den Erfolg einzuheimsen. Neben dem im Winterurlaub weilenden Heiko Zenker dürften derweil auch die auf ThSV-Schützenhilfe im Aufstiegskampf hoffenden Schwarz-Gelben Mühlhäuser aus der Ferne den Kurstädtern die Daumen gedrückt und via Liveticker mitverfolgt haben, wie die Anfangsphase der Partie sich in eine ganz unvermutete Richtung zu entwickeln begann.
Die in Stammformation an den Start gehenden Franken ließen während der ersten 50 Wurf ihre gewohnte Bissigkeit komplett vermissen, spielten die Kugeln ein- ums andere Mal genau auf die Mitte und wurden dafür mit minderen Fallergebnissen bestraft. Obwohl auch die ThSV - Starter des 1.Durchgangs nicht gleich zu großer Form aufliefen, reichten Zwischenstände von 220:208 (Rinaldo Schaller – Jürgen Bieberbach), 231:215 (Udo Wasewitz – Michael Moosburger) und 215:201 (Holger Richter – Bastian Bieberbach) für eine satte 41 Kegel Überraschung zu Gunsten der Bahnherren. Die mussten dann allerdings auch miterleben, wie die nun munter gewordenen Gäste den Spieß umdrehten und zwei der drei Duelle (J. Bieberbach-Schaller 971/924 und B. Bieberbach-Richter 871/855) noch für sich entschieden. Lediglich Udo Wasewitz‘ 949 reichten knapp aus, Michael Moosburger den Schneid abzukaufen. Dennoch ließen die 46 Zähler Differenz zur „Halbzeit“ den Ausgang der Begegnung weiterhin offen, erhielten die Spannung und schürten womöglich sogar die Hoffnung auf ein kleines „Drei Türme“ - Kegelwunder.
Dann dauerte es nicht mehr lange, bis Neustadt Schlusstrio die Verhältnisse aus Sicht des erklärten Favoriten wieder gerade rückte. Ohne den ganz großen keglerischen Glanz zu verbreiten, arbeiteten sich Michael Lohrer (954), Tobias Bieberbach (964) und Jochen Geiger (924), angetrieben vom Schlachtruf „Auf geht’s, Franken, auf geht’s“ ihrer extra mit einem großen Bus angereisten Fans, Bahn für Bahn näher heran an den finalen Erfolg. Zwar durfte sich Bad Langensalzas Holger Kröber mit 980 Holz den Tagesbestwert ans Revers heften, wohl kämpfte Uwe Freitag (868) bis zum letzten Wurf um eine Resultatsverbesserung und vor allem gelang Marcus Elstner nach überstandener Kreuzbandoperation, noch mit einer Spezialschiene ausgerüstet, eine Hoffnung machende Rückkehr ins Wettkampfgeschehen (gemeinsam mit David Rimbach 923). Was jedoch alles nichts mehr daran änderte, dass es für den ThSV an diesem 15.Spieltag auch gegen eine PSV-Truppe auf der Suche nach ihrer Bestform nicht zum Sieg reichte.
Verloren, aber nicht enttäuscht – dieses Motto hat für die letzten 5 Begegnungen des ThSV in dieser Saison keine Gültigkeit mehr. Egal wie und egal wo, zwei mal noch müssen die Männer in den grün-gelben Trikots die Bahn als Sieger verlassen, damit das Abstiegsgespenst nicht doch plötzlich beginnt, sich in den Niederungen zwischen Unstrut und Hainich wohlzufühlen.
Rinaldo S c h a l l e r
Souveräner Auswärtssieg
Letztendlich souverän siegt der PSV Franken Neustadt beim ThSV Bad Langensalza mit 5615:5499. Kapitän Jürgen (971) und Tobias Bieberbach (964) drückten dem Spiel ihren Stempel auf. Der PSV war in allen Teilbereichen das bessere Team, lediglich die Tagesbestleistung sichert sich der Heimakteur Holger Kröber mit 980.
Der PSV nahm sich vom Start weg viel vor und wollte die Hausherren unter Druck setzen, aber dieses Vorhaben klappte so rein gar nicht. "Nach 30 Wurf dachte ich, heute läuft ein falscher Film!", Kapitän Jürgen Bieberbach konnte den verkorksten Auftakt kaum in Worte fassen und die Franken konnte sich nicht beschweren, dass der Rückstand nur 42 Kegel betrug. Fortan konnte aber Jürgen Bieberbach den Schalter umlegen und brachte mit drei bärenstarke Serien gegen Rinaldo Schaller (924) seine Farben auf Kurs. Auch Michael Moosburger steigerte sich, musste sich aber mit 931 gegen Udo Wasewitz (949) geschlagen geben. Im dritten Startduell konnte Bastian Bieberbach auf niedrigem Niveau mit 871 gegen Holger Richter (855) die Oberhand behalten. Der Neustadter enttäuschte im Abräumen gänzlich und versäumte es seine Farben in eine bessere Ausgangsposition zu bringen. Im Schlusstrio war der Respekt vor den Hausherren groß, aber schnell bauten die Neustadter die Führung auf über 100 Kegel aus. Den schwersten Stand hatte Michael Lohrer, der mit 954 gegen Holger Kröber (980) den Kürzeren zog. Den Löwenanteil am souveränen Sieg trug diesmal Tobias Bieberbach. Der 25 Jährige startete phantastisch und mit 964 ließ er der Kombination David Rimbach und Marcus Elstner (923) keine Chance. Trotz einer mäßigen zweiten Serie kam auch Jochen Geiger auf brauchbare 924 und dies reichte um Uwe Freitag (868) klar zu distanzieren.
Stimmen zum Spiel:
Rinaldo Schaller (Spielführer ThSV Bad Langensalza)
Schlussendlich ist der Sieg für die Gäste verdient. Wir haben dennoch ein halbwegs ordentliches Spiel angeliefert, vor allem der Einsatz von Marcus Elstner kurz nach seinem Kreuzbandriss freut mich und stimmt uns positiv für die letzten Spiele.
Jürgen Bieberbach (Spielführer PSV Franken Neustadt)
Wenn man sich viel vornimmt und dann 30 Wurf so schwach agiert, ist es wie im falschen Film. Danach haben wir uns gesteigert und in die Partie gekämpft. Schlussendlich war der Sieg verdient, denn fünf Ergebnisse zwischen 924 und 971 sind mehr als akzeptabel. Damit ist das erste von sieben Endspielen gewonnen und wir müssen weiter hart arbeiten, um vorne mitzumischen.
Tobias Bieberbach (PSV Franken Neustadt)

Mannschaftsführer Jürgen Bieberbach gibt den Ton an