Eine "Mi-Lo-Show", Sieg und Aufstieg für Franken Neustadt - Goldkronach hält lange mit
„Erste Liga – Neustadt ist dabei!“ – Kurz nach 19.00 Uhr gab es in der Neustadter Kegelbahn schon kein Halten mehr. Der Sieg gegen Goldkronach war eingetütet, aber schon knapp eine Stunde zuvor war die Meisterschaft des PSV sicher, denn Verfolger Mühlhausen musste sich in Bad Soden Salmünster geschlagen geben.
Lange Zeit konnte der Gast aus Goldkronach dem PSV Franken Neustadt alles abverlangen. Zwar führten stets die Puppenstädter, aber der Vorsprung war immer überschaubar bis Michael Lohrer den Zündschlüssel fand und mit einer gigantischen Show die Frankenhalle zu einem Hexenkessel verwandelte. Die Partie begann zerfahren und die Nervosität war auf der Bahn, aber auch im Zuschauerraum spürbar. „Es ist heute die Kunst, das Gleichgewicht zwischen Lockerheit und Anspannung zu finden“, erklärte Spielführer Jürgen Bieberbach schon in der Kabine und kämpfte selbst auf der Bahn sehr damit. Mit 893 verlor er gegen Detlef Söllner (901) nicht viel, aber im anderen Kreuz bewies Michael Moosburger Nervenstärke. Mit vier starken Serien brachte er seine Farben auf Kurs. Schlussendlich standen 962 und gegen die 865 von Oliver Wagner konnte er somit einige Hölzer herausholen. In der Mittelpaarung entwickelte sich die Partie wieder ausgeglichener, da erst Günter Petersilie stark startete und dann Tobias Petersilie mächtig Druck aufbaute. Im Verbund hielten aber die Neustadter dagegen und die Führung betrug stets über 50 Kegel. Einen schweren Stand hatte Tobias Bieberbach gegen den Jüngeren der Petersilies und büßte etwas überraschend mit 871:944 ein. Auf der anderen Seite besiegte Bastian Bieberbach seinen Gegenspieler mit 911:865 und damit übergaben der PSV mit 62 „Guten“ zum Schlusspaar. „Auf geht`s Franken, auf geht`s!“ aufgeputscht von den Fans begann der Aufstiegstraum Kugel für Kugel seine Form anzunehmen. Jochen Geiger konnte den stark eingeschätzten Klaus Dippmar von Beginn an Paroli bieten und gewann am Ende den Zweikampf mit 924:899. Anfangs reizte Achim Jahreis Neustadts Schlussmann Mit 254. Der Goldkronacher wurde aber mit 898 aber zum Statisten. „Das war Emotion und Kegelsport vom Allerfeinsten!“, auch Hallensprecher Ulrich Bieberbach suchte nach den richtigen Worten. „Milo – Milo!“ – Sprechchöre und ein restlos begeistertes Publikum feierten den Held des Tages. Michael Lohrer blendete nach durchschnittlichem Start mal eben so phantastisch 283 auf Bahn zwei ein, um sich mit 247 eine hervorragende Ausgangslage zu verschaffen. Die ersten Sektkorken waren zu hören, denn das Ergebnis aus Bad Soden wurde bekannt und die Stimmung steigerte sich auf den Höhepunkt. Getragen von einer Welle der Euphorie katapultierte sich Michael Lohrer mit 268 auf den Saisonbestwert in der heimischen Frankenhalle von überragenden 1015. Fortan gab es kein Halten mehr und die Aufstiegsparty konnte beginnen…
Jürgen Bieberbach (Kapitän PSV Franken Neustadt): "Sieben Siege zum Saisonende in Folge beweisen, dass wir verdient Meister wurden. Es war heute von allen Heimspielen das Schwerste, denn nicht jedem gelang es, die Balance zwischen Anspannung, Nervosität und Lockerheit zu finden. Zudem hat Goldkronach lange Zeit stark gegen gehalten, ehe dann Michael Lohrer den Lohn für seine Art zu trainieren einheimste. Wir haben auf dieses Ziel intensiv hingearbeitet und sind sehr glücklich, nochmals den Aufstieg ins Kegeloberhaus geschafft zu haben."
Günter Petersilie (Spielführer SKV Goldkronach): "Glückwunsch an den PSV zum Sieg und Meistertitel. Bis 150 Wurf vor Ende war es offen, aber gegen Michael Lohrers Show waren wir chancenlos. Für die erste Liga drücken wir dem PSV die Daumen und dass es möglich ist, die für sie vermutlich notwendigen 18 Punkte zu holen, aber es wird sicher sehr schwer die Liga zu halten."
Bastian Bieberbach
Der Aufstieg ist geschafft - Franken Neustadt ist wieder erstklassig.
Photos: PSV Franken Neustadt


