Mit einer ansprechenden Leistung verabschiedeten sich die Kegler des ThSV „Drei Türme“ Bad Langensalza in die Spielpause.
Obwohl vor Beginn der Partie sich beide Mannschaften gegenseitig versicherten, dass es um nichts mehr ginge und man der Begegnung deshalb auch ganz entspannt entgegensehe, zeigten die folgenden 3 ½ Wettkampfstunden ein ganz anderes Bild. Um jeden Kegel wurde gekämpft, der Lautstärke der Anfeuerungsrufe nach zu urteilen stand mindestens die Deutsche Meisterschaft auf dem Spiel. Geringe Differenzen bei den Zwischenständen sorgten für jene Spannung in der Halle, die für jeden Sportwettkampf das Salz in der Suppe ist und aus der die Akteure ihre Energie beziehen.
Nicht alle Anfangsstarter kamen gut in den Wettkampf hinein. Während vor allem Heiko Zenker und Udo Wasewitz, aber auch die Pößnecker Steffen Krauß und Daniel Stenzel mit Bahnen zwischen 237 und 259 sofort starke Serien in die Wertung brachten, gelang Tobias Krahner (TSV) und Rinaldo Schaller über 50 bzw. 100 Wurf nicht viel, gerieten beide mit Blick auf die angestrebten Gesamtresultate schnell unter Druck. Gegen Ende des 1.Durchgangs zeigte sich, dass die beiden durch den ThSV gewonnenen Duelle (Wasewitz – Stenzel 950:943, Zenker – Krahner 948:904, Schaller – Krauß 882:947) nicht ausreichten, um nach wechselnder Führung (+17, -11, -21, -14) mit einem Vorsprung in die 2.Hälfte des Wettbewerbs zu gehen.
Auch jetzt lief aus Sicht der Gastgeber keineswegs alles nach Plan. Holger Kröber startete in seiner voraussichtlich letzten Bundesligapartie für die „Drei Türme“ traditionell erfolgreich (263); musste jedoch zur Kenntnis nehmen, dass sich dank der Geschlossenheit des Pößnecker Schlusstrios der Abstand zwischen beiden Mannschaften zunächst weiter vergrößerte (37 Kegel). Dann kehrte sich der Spielverlauf um und die Kurstädter kamen dank 240er Serien von Marcus Elstner (926) und erneut Holger Kröber (Tagesbestwert mit 984) bis auf 1 Kegel an die Gäste heran. Die allerdings waren in Person von Jens Blumenstein (954), Alexander Pöpplen (914) und Moritz Roßbild (903) nicht bereit, klein beizugeben und verteidigten ihren Minimalvorteil aufopferungsvoll. Nun fand auch David Rimbach (888) besser ins Spiel und trug seinen Teil dazu bei, dass mit den letzten 5 Würfen im Abraumspiel und der einen oder anderen noch zu Fall gebrachten „9“ sich die Waagschale mit den beiden so heiß umkämpften Punkten endgültig den Bad Langensalzaern zuneigte.
Für den ThSV „Drei Türme“ geht mit 14 Punkten und Platz 7 in der Nordstaffel der 2. (DCU-) Bundesliga eine Saison glimpflich zu Ende, die nach der Abwanderung von Leistungsträgern und Verletzungspech unheilvoll begann und zwischendurch das Schlimmste erahnen ließ. Man braucht kein Prophet zu sein, um zu erkennen, dass auch in den nächsten Jahren große Kraftanstrengungen aller Beteiligten erforderlich sein werden, um der Stadt Kegelsport auf Bundesliganiveau zu erhalten.
Rinaldo Schaller