Achterbahn der Gefühle für Langensalza – Die Spieler kamen diesmal nicht zurecht
Konnten beide Mannschaften in der Vorsaison, auf gleicher Bahn und bei gleichen Bedingungen, noch Ergebnisse um die 5500er Marke anbieten, tat man sich an diesem Spieltag sehr schwer. Spielte Steffen Krauß aus Pößneck im letzten Aufeinandertreffen noch einen Tausender, so kann er derzeit einfach nicht zu seinem routinierten Spiel finden und beendete das Duell gegen Udo Wasewitz mit 859:895. David Rimbach aus Bad Langensalza erwischte einen schwarzen Tag und musste sich am Ende mit 832 Kegeln zufrieden geben, während auf Pößnecker Seite Alexander Pöpplen 918 Kegel auf die Bahnen brachte. Somit standen nach dem ersten Spieldrittel 50 Kegel mehr auf der Anzeigetafel der Gastgeber.
Schon auf der ersten Bahn des zweiten Spielabschnittes konnten die Kurstädter diesen Vorsprung aufholen, denn Holger Kröber konnte mit 246 Kegeln gleich auf seiner ersten Bahn 39 Kegel gutmachen. Nach dieser ersten guten Bahn fand er allerdings auf den weiteren Bahnen nicht zu seiner Stärke und schloss mit 888 Kegeln ab. Sein Gegenspieler Tobias Krahner musste verletzungsbedingt aufgeben und wurde durch Sebastian Scheidig, der auf der Heimbahn nach wie vor Nerven zeigt, ersetzt. Zusammen konnte dieses Duo lediglich 806 Kegel erspielen. Während es für Uwe Freitag (DTL) in seiner ersten Spielhälfte mit 455 Kegeln noch gut begann, konnte er diesen Lauf nicht mit in die zweite Hälfte transportieren. Schlussendlich war er damit im Duell mit Moritz Roßbild (PÖß), der ausgeglichener spielte, am Ende 12 Kegel unterlegen. Nach dem Rückstand im ersten Drittel konnten die Langensalzaer nun einen Vorsprung von 20 Kegeln an ihre Schlusspaarung übergeben.
Bundesligatauglichen Kegelsport bekamen die Zuschauer im letzten Drittel zu sehen, da wieder einmal Daniel Stenzel (PÖß-966 Kegel) seine konstant sehr guten Leistungen abrief und einen ebenfalls guten Heiko Zenker (DTL-895 Kegel) 71 Kegel abnehmen konnte. Im zweiten Duell dieses Spielabschnittes neutralisierten sich Christopher Kuchenbäcker (PÖß) und Rinaldo Schaller (DTL) weitestgehend, dennoch hatte der Gastgeber die Nase leicht vorn und konnte weitere 16 Kegel gutmachen. Am Ende des Tages konnten die Pößnecker ein Plus von 67 Kegeln vorweisen. Damit bleiben die Punkte glücklich in Pößneck, denn mit diesen Gesamtresultaten können beide Mannschaften nicht wirklich zufrieden sein.
Alexander Pöpplen
TSV 1858 Pößneck
In Pößneck blieb den Keglern aus der Kurstadt leider der Erfolg verwehrt. Trotz der unnötigen Niederlage beenden die Bad Langensalzaer die Hinrunde auf dem sechsten Platz. Ein Zwischenstand, mit dem man angesichts des bisherigen Verletzungspechs nicht unbedingt rechnen konnte.
Die Begegnung des elften Spieltages entwickelte sich aus Sicht der Gäste schnell zu einer Achterbahn der Gefühle. Davon ausgehend, im Saale-Orla-Kreis nicht chancenlos zu sein, kam der Fehlstart des „Drei Türme“ – Anfangspaares für alle etwas überraschend. David Rimbach (832 Kegel) gegen Alexander Pöpplen (918 Kegel) und Udo Wasewitz (895 Kegel) gegen Steffen Krauß (859 Kegel) brauchten lange, um sich mit den bahnspezifischen Gegebenheiten einigermaßen anzufreunden und in ihr Spiel hinein zu finden. Ungewöhnlich viele Fehlwürfe, vor allem auf dem ersten Geläuf der zwar liebevoll und mit viel Sachverstand hergerichteten, dennoch mit einem gewissen "DDR–Charme" daherkommenden Anlage zeugten überdies von dem großen Unterschied, der sich gerade im Kegelsport zwischen den von zu Hause gewohnten und dann auswärts vorgefundenen Bahnbedingungen ergeben kann.
Beide ThSV-Stammspieler mochten nach Beendigung ihrer Partien nicht so recht zufrieden sein, gaben sie doch „in Summa“ 60 Kegel an ihre Kontrahenten ab. Allerdings kamen auch die Gastgeber an diesem Tag nicht ungeschoren davon. Blieb schon Steffen Krauß, im Vorjahr noch mit 1003 Kegel glänzend, unter seinen Möglichkeiten, musste sich im zweiten Durchgang das Duo Tobias Krahner/Sebastian Scheidig gar mit 806 Kegeln zufrieden geben. Holger Kröber (888 Kegel) profitierte davon. Und da auch Uwe Freitag gegen Moritz Roßbild (850:862) mitzuhalten vermochte, war urplötzlich alles wieder offen. So führten die Gäste nach wechselndem Verlauf plötzlich gar mit 20 Zählern. Sollte dem ThSV ein ähnlicher Coup wie vor 14 Tagen in Ohrdruf gelingen?
Doch dann forderte auch beim Bad Langensalzaer Schlusspaar der selektive Charakter der Bahnen seinen Tribut. Es gelang Heiko Zenker gegen Daniel Stenzel (895:966) und Rinaldo Schaller gegen Christophe Kuchenbäcker (828:844) einfach nicht mehrere gute Serien auf den Kunststoff zu bringen. Besonders ärgerlich deshalb, weil in der Nachbetrachtung allen bewusst wurde, dass gegen die ebenfalls schwächelnden Bahnherren mehr drin gewesen wäre.
In Goldkronach, bei den immer noch zum erweiterten Favoritenkreis für den Aufstieg zählenden Oberfranken, sieht das zum Jahresausklang in knapp einer Woche gewiss etwas anders aus. Doch dafür dürften die in Aussicht stehenden ergiebigeren Einzelresultate den Thüringern die etwas längere Anreise versüßen.
Rinaldo Schaller
ThSV „Drei Türme“ Bad Langensalza