Mit einer ansprechenden Leistung gelang es den Zweitligakeglern des ThSV „Drei Türme“ Bad Langensalza, Spitzenreiter Lauscha die erste Niederlage der laufenden Serie beizubringen. Die Südthüringer hatten sich, auf einer Erfolgswoge schwimmend, aber auch mit dem Glück des Tüchtigen auf ihrer Seite, immerhin gegen Meisterschaftsanwärter wie Goldkronach, Mühlhausen und Neustadt durchgesetzt. Auf der von ihnen wenig geliebten Bad Langensalzaer Plattenbahn allerdings gab es für die Männer mit dem „rollenden R“ in der Aussprache an diesem 7.Spieltag nichts zu holen.
Regierte das Bauchgefühl, die Höflichkeit oder war es Ausdruck taktischen Kalküls? Noch kurz vor Spielbeginn vermochten sich die Mannschaftskapitäne nicht darüber zu verständigen, wem die Favoritenrolle gebührt. Wenig später, die ersten 50 Wurfserien waren bereits absolviert, zeichnete sich rasch ab, dass es für die Gäste tatsächlich schwer werden würde, die Siegesserie fortzusetzen. Während die Duelle David Rimbach gegen Frank Müller (903:918) und Rinaldo Schaller gegen Jan Fichtmüller (890:891) nahezu ausgeglichen verliefen, erwischte Lauschas Held aus der Vorwoche (gegen Neustadt trumpfte Michael Müller mit 981 Kegel auf) einen rabenschwarzen Tag. Auch wenn Udo Wasewitz noch nicht 100%ig zufrieden war - seine 948 Kegel gegen den Kontrahenten (799), einfach keine Einstellung zur Bahn fand, trugen schon vorentscheidenden Charakter.
Ganz abschreiben durfte man andererseits den Spitzenreiter zu Beginn des 2. Durchgangs auch noch nicht. Und tatsächlich: An der wachsenden Lautstärke des Lauschaer Schlachtrufs „Aufgewurzelt bis der Zapfen sturzelt“ – über den Sinngehalt solcher Verse nachzudenken lohnt meistens nicht – konnte jeder erkennen, dass sich auf den Bahnen etwas tat. Nach der obligatorischen Anfangsoffensive der Bahnherren, Holger Kröber glänzte einmal mehr mit einer 265er Einstiegsserie, hielt der SVL vor allem durch Felix Jenrich (960:Heiko Zenker/918) energisch dagegen und witterte noch einmal Morgenluft. Und wieder war es der Wünschendorfer in den Farben des ThSV, der mit seiner präzisen Spielweise (391 Abräumer sprechen für sich) gegen einen gewiss nicht schlechten Randy Neubauer (913) den Ausschlag gab. Sein Endergebnis von 1006 Kegeln und eine nicht alltägliche Serie von fünf aufeinanderfolgenden „Neunern“ einschließlich deren Konsequenzen für die Mannschaftskasse ließen das breite Grinsen aus Holger Kröbers Gesicht gar nicht mehr verschwinden. Da sich parallel dazu Uwe Freitag (895) und Gegenspieler Danny Zitzmann (894) neutralisierten, waren die Würfel über die Punktevergabe in dieser Partie endgültig gefallen.
Ob die Miniserie von zwei Siegen gegen Bergrheinfeld seine Fortsetzung findet, entscheidet sich für die Kurstädter schon am kommenden Wochenende. Auf das Heimrecht können die „Drei Türme“ auf jeden Fall wieder bauen.
Rinaldo Schaller
Der Tausender des Tages: Holger Kröber 1006 Kegel
Photo: ThSV Langensalza
