Pressebericht

2. Bundesliga Nord Männer: ThSV Langensalza 1 - SG Mühlhausen 1 (5768:5531)




ThSV balsamiert seine geschundene Keglerseele - Erster Fleck auf Mühlhausens weißer Punkteweste

„Tot gesagte leben länger!“ Auf diese kurze Formel könnte Verlauf und Ergebnis des mit Spannung erwarteten Unstrut–Hainich–Kreisderbys gebracht werden. Außer dem Heimvorteil sprach vor dieser Begegnung nur sehr wenig für eine Wiederholung der ThSV–Erfolge der letzten Jahre. Den Mühlhäusern, mannschaftlich verjüngt, taktisch gereift und im Vorfeld auf einer von Euphorie getragenen Erfolgswelle schwimmend, wurden von der kämpferisch bis an ihre Grenzen gehenden Gastgebermannschaft ihre derzeitigen Grenzen aufgezeigt. Was für die erfolgshungrigen und recht selbstbewusst angereisten Schwarz-Gelben in der Saisonendabrechnung vielleicht nur einen Schönheitsfehler auf ihrer weißen Punkteweste darstellen wird, ist für die so unglücklich in die Saison gestarteten Kurstädter Balsam pur auf der geschundenen Keglerseele.

Wieder einmal war es der unglaublich souveräne Udo Wasewitz, der den besten Mühlhäuser dieses Tages, Neuzugang Benjamin Keil (950) unter Kontrolle hielt und nach einer brillianten 2.Bahn (278) nebenbei bereits seinen zweiten 1000er der laufenden Serie erzielte. Im Gegensatz zum Goldkronach-Spiel trat er aber nicht als Einzelkämpfer des 1.Durchgangs auf, sondern wurde tatkräftig unterstützt von David Rimbach (mit 943 Kegel im Vergleich zum 1.Spieltag nicht wiederzuerkennen) und Heiko Zenker. Eine Woche nach seinem „Hexenschuss“ – bedingten Pausieren übertraf sich der Mannschaftskapitän selbst. Mit 508 Kegel furios in den Wettkampf gestartet, hielt er seinen Amtskollegen aus der Kreisstadt, Thomas Machts, stets auf Distanz (972:919). Dem Dritten im Bunde bei den Gästen nutzten auch seine Serien von Neunern nichts; am Ende fehlten Gabriel Müller wenigstens 4 Kegel zum Erreichen des Minimalziels (896).

Den Akteuren des zweiten Mühlhäuser Durchgangs merkte man trotz 150 Kegel Rückstand zur Halbzeit an, dass sie unbedingt noch die Wende in dieser rassigen Partie schaffen wollten. Sehr dynamisch, fast ungestüm, versuchten sie, vor allem im Spiel in die Vollen, Boden gut zu machen. Was nicht nur Andre Teichmöller (930 gegen Uwe Freitag 897) phasenweise auch gelang. Doch spätestens in der Disziplin Abräumen kämpften sich die Bahnherren wieder heran; so gelang es Marcus Elstner (930), wieder an Steven Hartung (897) vorbei zu ziehen. Einen ganz schweren Stand hatte schließlich Tobias Preuß (SGM, 939) gegen einen der verbliebenen „Drei Türme“ – Routiniers. Holger Kröber absolvierte alle vier Serien mit Resultaten zwischen 245 und 266 Kegeln und steigerte sich mit 1026 Zählern auf ein Ergebnis, wie es ihm seit zwei Jahren (damals 1053 in Walldorf) nicht mehr gelang. In seiner Bilanz zum Spielende musste Thomas Machts konstatieren, dass „unterirdische“ Abräumleistungen die großen Einzelresultate für seine Farben verhinderten.

Wohl stellt der Ausgang dieses besonderen Duells zweier starker Teams nur eine Momentaufnahme dar; zumindest für die Bad Langensalzaer aber eine unglaublich schöne.

Rinaldo Schaller

Wiedererstarkt unterwegs: Holger Kröber 1026
Photo: ThSV Langensalza


Ergebnisse ThSV Langensalza 1:
Udo Wasewitz 1000, David Rimbach 943, Heiko Zenker 972, Holger Kröber 1026,
Uwe Freitag 897, Marcus Elstner 930

Ergebnisse SG Mühlhausen 1:
Benjamin Keil 950, Gabriel Müller 896, Thomas Machts 919, Tobias Preuß 939,
André Teichmöller 930, Steven Hartung 897

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