Fortuna hofft wieder - Ettlingen läßt Federn in Rodalben
Der Bundesliga-Neuling SG Fortuna Rodalben lebt noch: In einem über weite Strecken spannenden Spiel wurde die SG Ettlingen mit 5905:5764 niedergerungen. Der Lohn - mit jetzt 8:22 Punkten sind sie als Drittletzter punktgleich mit dem Viertletzten, die Relegation scheint noch machbar.
„Endlich hat es wieder gefunkt. Da unser Schlusspaar mit einem kleinen Vorsprung das Spiel aufnahm, konnte es richtig aufdrehen und ein letztlich klarer Sieg erzielt werden“, sagte der erleichterte Fortuna-Sportwart Erich Walker. Doch bis es zu dem furiosen Finale kam, mussten die Fortunen einen steinigen Weg beschreiten, die Führung wechselte hin und her, richtig absetzen konnte sich keiner der beiden Kontrahenten. Mit gewohnt guter Heimstärke setzte zu Beginn Karl-Heinz Bachmann die Akzente, der mit gleichmäßigem Spiel (249/255/259/241) 1004 Kegel fällte und Gerd Wolfring (957) distanzierte. Bei seinem Partner Steven Maurer lief es anfangs nicht so rund, doch steigerte er sich auf seiner Schlussbahn (245), so dass er mit 903 Kegeln einen totalen Einbruch gegen Jörg Schneidereit (932) verhinderte.
Nach dem 18-Kegel-Vorsprung dann der große Schreck bei den Fortuna-Anhängern, da Erich Walker nur 132 Kegel beim Spiel in die „Vollen“ fällte. Doch mit einer Energieleistung räumte er 99 Kegel und war mit 231 wieder im Spiel. Im weiteren Verlauf verschliß er mit 930 Kegeln die Kombination Andras Wolf/Daniel Jauß, die nur 875 dagegen setzen konnten. Schwer tat sich Bernd Rohr, der zu Beginn (241:278) und auf der Schlussbahn (236:273) von Rainer Grüneberg attackiert wurde und trotz guter Leistung mit 970:1031 unterlag.
So wurde der Vorsprung vor dem Schlussdurchgang auf zwölf Kegel minimiert. Doch tat dies der Stimmung keinen Abbruch. Im Gegenteil - es folgte der absolute Höhepunkt der Partie, bei dem sich mit dem Fortunen Andreas Christ und dem Badener Dieter Ockert die augenfälligsten Spieler beharkten. Schon der erste Durchgang war eine Augenweide, bei der Christ mit 287:296(!) den Kürzeren gegen Ockert zog. Doch Christ hielt das Niveau hoch und gewann letztlich mit sagenhaften 1103:1057. Mit dieser Bravourleistung verpasste er seinen eigenen Bahnrekord nur um einen Kegel. Animiert von dieser Spiellust war Daniel Kudla-Dahmen ebenfalls auf Tausenderkurs. Diesen verfehlte er mit 995 Kegeln knapp, mit denen er aber den stark beginnenden Thomas Speck (912) in seine Schranken verwies und er zum letztlich klaren Sieg beitrug.
„Geil, was für ein über weite Strecken spannendes Spiel. Jetzt nach vorne schauen und hoffen“, so Andreas Christ nach seinem großen Spiel.
Für den Ettlinger Sportwart Thomas Speck war es ein verdienter Sieg der Fortunen: „Das Schlusspaar hat das Spiel gewonnen. Wenn die so weiterspielen, kann die Relegation noch erreicht werden“, unterstrich Speck.
Herbert Striehl
Fortuna Rodalben
Die SG Ettlingen musste in der 15. Spielwoche zum Aufsteiger Rodalben und wusste im Vorfeld, wie schwer die Aufgabe werden würde, denn die Gäste stellten mit Andreas Christ den überragenden Rodalbener Spieler mit einem Heimschnitt von 1040 Kegeln.
Im Startpaar gingen Gerd Wolfring (957) und Jörg Schneidereit (932) auf die Bahnen, als Gegner lauerten Karl-Heinz Bachmann (1004) und Steven Maurer (903). Das Spiel gestaltete sich relativ ausgeglichen, obwohl Bachmann mit 1004 Kegeln die magische Schallmauer durchbrach. Dafür zeigte sich Steven Maurer an diesem Tag nicht von seiner besten Seite. Dank zweier ausgeglichener Ergebnisse auf Gäste-Seite mussten die Ettlinger einen kleinen Rückstand von 18 Kegeln hinnehmen.
Im Mittelpaar begannen auf Ettlinger Seite Andreas Wolf und Rainer Grüneberg gegen Erich Walker und Bernd Rohr. Andreas Wolf, der an diesem Tag völlig neben sich stand, wurde zur Halbzeit gegen Daniel Jauß ausgewechselt. Beide erzielten bundesligauntaugliche 875 Kegel, so dass Ettlingen gegen 930 Kegel von Erich Walker deutlich an Boden verlor. Auf der anderen Seite zeigte sich Rainer Grüneberg mit 1031 Kegeln von seiner besten Seite und holte damit gegen Bernd Rohr (970) entscheidende Kegel zurück. Mit einem Rückstand von 12 Kegeln ging es nun in die entscheidende Paarung.
Im Schlusspaar traten Thomas Speck und Dieter Ockert gegen Daniel Kudla-Dahmen und Andreas Christ an. Wie zu erwarten, legten beide Heimspieler gleich mächtig los. Allerdings hielten die beiden Ettlinger gut mit. Dieter Ockert konnte sich auf der ersten Bahn mit 296 Kegeln gegen Andreas Christ mit 289 Kegeln knapp behaupten, musste am Ende aber neidlos anerkennen, dass er an diesem Tag mit 1057 Kegel gegen überragende 1103 Kegel von Andreas Christ keine Chance hatte. Thomas Speck hielt zwar auf der ersten Bahn noch gut mit, danach verflachte aber sein Spiel zusehends, so dass er am Ende mit 912 Kegel gegen 995 Kegel von Daniel Kudla-Dahmen völlig machtlos war.
Nach der außerordentlichen Leistung des Rodalbener Schlusspaars gewannen die Gastgeber verdient 5905:5764 und könnte sich weiterhin aus eigener Kraft auf den Relegationsplatz retten. Für die Ettlinger bleibt die Lage weiterhin relativ komfortabel, denn mit vier Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz und vier ausstehenden Heimspielen sollte weiterhin alles möglich sein.
Thomas Speck
SG Ettlingen
Andreas Christ und Thomas Speck bei der Wimpelübergabe
Andreas Christ und Dieter Ockert lieferten sich ein rassiges Duell


Andreas Christ verpasst mit 1103 um einen Kegel den eigenen Bahnrekord
Photos: Herbert Striehl 