Pressebericht

1. Bundesliga Männer: Fortuna Rodalben 1 - KV Wolfsburg 1 (5936:5976)




Rodalben verpaßt große Chance - Wolfsburg festigt mit fantastischer Mannschaftsleistung Platz 4

Die SG Fortuna Rodalben hat im Abstiegskampf eine große Chance verpasst. Trotz eines bedingungslosen Fights verlor das durch Verletzung und Erkrankung arg gebeutelte Team gegen den bärenstarken KV Wolfsburg mit 5936:5976. Da Nußloch und Plankstadt, die Konkurrenten im Abstiegskampf, überraschend Federn ließen, wurde zwar der Relegationsplatz gehalten, doch ein großer Schritt nach vorne verpasst.

Das Unheil bahnte sich bereits in der Eröffnung an. Der vergangene Woche in Viernheim gestürzte und zusätzlich durch einen grippalen Infekt angeschlagene Karl-Heinz Bachmann begann zwar mit 269 und 258 sehr stark, doch musste er auf den folgenden Bahnen (226/227) seinem Körper Tribut zollen. Trotz seines geschundenen Körpers besiegte er den stark beginnenden (265) Manuel Wassersleben mit 980:946 Kegeln. Diesen Erfolg war seinem Partner Steven Maurer nicht vergönnt, der schon auf der ersten Bahn mit 209:259 vom bärenstarken Mathias Hähnel in die Defensive gedrängt wurde. Zwar steigerte sich Maurer im weiteren Verlauf enorm (256/2333/244), zog aber mit 942:1009 den Kürzeren, so dass die Fortunen vor dem Mittelpaar mit 33 Kegeln in Rückstand gerieten.

Doch es sollte noch schlimmer kommen. Ehe sich der an der Hüfte lädierte Erich Walker versah, unterlag er auf seiner Eröffnungsbahn dem Deutschen Meister Carsten Strobach mit 219:277 Kegeln. Walker: „ Ich kam überhaupt nicht runter, die Hüfte schmerzte zu sehr. Ich konnte nicht mehr.“ So musste Florian Semmler ran, der sich nach seiner Armverletzung noch im Aufbau befindet. Mit schwungvollem Spiel streifte er alle Hemmungen vor seinem Gegner ab und komplettierte mit 232/270/238=740 zu 958 Kegel. Trotz der guten Leistung war gegen den Tagesbesten Strobach kein Kraut gewachsen, da dieser über 275/262/260 glänzende 1074 Kegel erzielte. Ein Fiasko schien sich anzubahnen. Doch der endlich wiedergenesene Markus Noll schwang sich mit 1024 (249/272/243/260) zu alter Stärke, wodurch er den sich heftig wehrenden Andre Landschädel (986) bezwang.

So ging das Rodalber Schlusspaar Andreas Christ und Bernd Rohr mit einem Rucksack von 110 Kegeln in die Aufholjagd. Doch wurde es beiden schwer gemacht, da sie mit Gerhard Gams einen Spitzenspieler zum Gegner hatten. Christ warf all sein Können in die Waagschale und bot dem sich tapfer wehrenden Gams eine packende Partie, der in der letzten Abräumserie über fünf „Direkte“ mit 265 zur spielentscheidenden Figur wurde. Nach 257/266/267/277er Bahnen setzte sich Christ mit grandiosen 1067:1034 Kegeln durch. So lag es an Bernd Rohr, das Unmögliche noch möglich zu machen. Doch es sollte nicht sein. Rohr kam nur schwer ins Rollen (226), steigerte sich aber immer mehr (239/269/230). Doch waren gute 964 Kegel zu wenig zum Sieg, da sein Gegner Andreas Hüttl seine Farben mit 927 Kegeln hochhalten konnte.

„Wir haben im Moment die Seuche. Durch Verletzungen, Krankheiten und berufliche Verhinderungen werden uns immer wieder Steine in den Weg geworfen. Wir haben trotz aller Misere gut gespielt, doch muss ich die Leistung von Wolfsburg anerkennen. Ihr präzises Gassenspiel war schon beeindruckend“, sagte Erich Walker zum Spiel.

Herbert Striehl
Fortuna Rodalben


Die Freude kannte auf Seiten der Gäste aus Wolfsburg nach dem Spiel keine Grenzen mehr. Mit einer wahren Energieleistung konnte beim knappen 5976:5936 in Rodalben bereits der dritte Auswärtssieg dieser Saison eingefahren werden. "Glückwunsch an die Mannschaft, die wirklich alles in die Waagschale geworfen hat, um diesen Triumph zu verwirklichen", sagte ein glücklicher Kapitän Gerhard Gams bei der Absage. Durch diesen Erfolg festigten die Wolfsburger den vierten Tabellenplatz und haben immer noch zumindest theoretische Chance aufs Treppchen. Der KVW startete mit Manuel Wassersleben (946) und Mathias Hähnel (1009). Beide waren sofort im Spiel und konnten gleich Druck auf den Gastgeber ausüben. Während bei Wasserleben zum Ende hin etwas die Luft ausging und Karl-Heinz Bachmann (980) ziehen lassen musste, hielt Hähnel sein Niveau und konnte gegen Steven Maurer (942) wichtige Kegel herausholen. Der Vorsprung lag bei 33 Kegeln für den KVW.

Im Mittelblock setzten die Wolfsburger auf Carsten Strobach (1074) und André Landschädel (986). Strobach unterstrich seine fantastische Form mit vier exzellenten Durchgängen und brachte seine Farben gegen Erich Walker, der verletzungsbedingt gegen Florian Semmler (zusammen 959) ersetzt wurde, weiter in Front. Im anderen Duell zeigte Landschädel sein Potenzial und ließ sich von Markus Noll (1024) nicht wirklich abschütteln. Der Vorsprung für die Norddeutschen war auf 110 Kegel angewachsen.

Es lang nun an Gerhard Gams (1034) und Andreas Hüttl (927) den Vorsprung über die Ziellinie zu bringen. Dass dies keine leichte Aufgabe wurde, zeigte der Verlauf des Spiels. Gams bekam es mit Andreas Christ (1067), dem stärksten Gastgeber, zu tun; Hüttl duellierte sich mit Bernd Rohr (964). Konnten die Wolfsburger auf der ersten Bahn den Vorsprung noch leicht ausbauen, spielten auf den beiden nächsten Bahnen überwiegend nur die Gastgeber die präziseren Würfe. Zudem hatte Hüttl und auch Gams eine kleinere Schwächephase, die eiskalt ausgenutzt wurde. Vor der letzten Bahn war der Vorsprung auf 40 Kegel geschrumpft und die sehr fairen Zuschauer in der gut gefüllten Halle witterten wieder Morgenluft. Mit großem Kampfgeist und den 9ern im Abräumen zu einem unglaublich günstigen Zeitpunkt schafften es die beiden Wolfsburger, die Gastgeber bis zum Ende in Schach zu halten.

Unmittelbar nach der letzten Kugel lagen sich die Spieler des KVW freudig in den Armen und feierten ausgelassen den errungenen Sieg. "In einem fantastischen und spannenden Spiel konnten wir gegen einen bärenstarken Gastgeber gewinnen und haben endlich mal gezeigt, dass es auch auswärts funktioniert. Mathias Hähnel und Carsten Strobach waren heute in toller Verfassung", freute sich Gams. Nach einer einwöchigen Pause geht es für Wolfsburg mit einem Heimspiel gegen die Mannschaft von GH/GW Sandhausen weiter.

Gerhard Gams
KV Wolfsburg

Markus Noll: endlich wieder beschwerdefrei

Karl-Heinz Bachmann: ganz gezeichnet nach dem Spiel
Photos: Herbert Striehl

 

 

Läßt alle hinter sich: Carsten Strobach: 1074 Kegel
Photo: KV Wolfsburg

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Ergebnisse Fortuna Rodalben 1:
Karl-Heinz Bachmann 980, Steven Maurer 942, Erich Walker 219, Markus Noll 1024,
Andreas Christ 1067, Bernd Rohr 964

Ergebnisse KV Wolfsburg 1:
Manuel Wassersleben 946, Mathias Hähnel 1009, Carsten Strobach 1074, André Landschädel 986,
Gerhard Gams 1034, Andreas Hüttl 927


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