Mörfelden in Lauerstellung auf die Meisterschaft - Schwache Ettlinger kommen unter die Räder
Die Bundesligatruppe von Olympia Mörfelden bewies ein weiteres Mal, dass sie auf heimischen Bahnen nahezu unschlagbar ist. Problemlos dominierte sie die Gäste aus Ettlingen mit 6138:5798.
Den Anfang machte Olympias Starttrio Sven Völkl, Dieter Nielsen und Heiko Held, welche sich geschlossen stark präsentierten und einen komfortablen Vorsprung für das Schlusstrio herausholten. Dabei erzielte Sven Völkl 1029 Kegel im Duell mit Gerd Wolfring (970). Heiko Held ließ einiges auf der Schlussbahn liegen, konnte mit 1020 Kegeln seinen Kontrahenten Thomas Speck (1024) dennoch halten. Dieter Nielsen zeigte erneut sein enormes Talent, stellte den Tagesbestwert mit 1068 Kegeln auf und ließ seinem Gegner Jörg Schneidereit (992) damit nicht den Hauch einer Chance.
Somit galt es für das Schlusstrio, die komfortable Führung nur noch über die Distanz zu bringen. Das gelang ihnen auch problemlos, wobei Robert Nägel nicht richtig ins Spiel fand. Dennoch konnte er mit 937 Kegeln gegen den Ettlinger Andreas Wolf (887) einiges gut machen. Holger Liebold präsentierte sich gewohnt heimstark mit 1057 Kegeln und deklassierte damit Dieter Ockert (993). Vervollständigt wurde die souveräne Heimleistung von Stefan Beck mit guten 1027 Kegeln gegen Rainer Grünberg (932).
Da zeitgleich die Mannschaft der RW Sandhausen ihr Auswärtsspiel in Wolfsburg verlor, konnte Olympia die Tabellenführung auf vier Zähler ausdehnen. Die Mörfeldener Bundesligakegler sind damit so nah am Titelgewinn, wie schon lange nicht mehr. Allerdings hat die Olympia-Truppe von den verbleibenden sechs Spielen nur noch zwei Heimspiele. Besonders heikel wird dabei das Rückspiel beim Titelkonkurrenten Sandhausen, womit die Olympianer aber auch die Möglichkeit haben, sich mit einem Auswärtssieg die Meisterschaft zu sichern. Pascal Jestädt nach dem Spiel: „Jetzt kommt es vor allem darauf an, wie wir uns die nächsten zwei Spieltage in München und Aschaffenburg schlagen. Sollten wir beide gewinnen, ist uns der Titel fast nicht mehr zu nehmen, ganz egal, wie das Rückspiel auf den Bahnen von Rot-Weiß Sandhausen ausgeht.“
Florian Schulz
Olympia Mörfelden
Die SG Ettlingen musste in der 16. Spielwoche zum derzeitigen Tabellenführer Olympia Mörfelden, die in der laufenden Spielrunde erst ein Spiel verloren haben. Damit war die Ausgangslage vor dem Spiel klar und Ettlingen hatte in dieser ungleichen Paarung von Beginn an die Außenseiterrolle.
Im Starttrio gingen für die Ettlinger Wolfring, Schneidereit und Speck auf die Bahnen, sie duellierten sich mit Völkl, Nielsen und Held auf Seiten der Hessen. Wolfring (970) musste die Übermacht von Völkl (1029) an diesem Tag anerkennen, Schneidereit (992) hatte gegen einen an diesem Tag übermächtigen Nielsen (1068) kein Rezept zur Hand, einzig Speck (1024) konnte Held (1020) in Schach halten. Mit 131 Kegeln Rückstand verließ das Trio geschlagen die Bahnen und konnte nur hoffen, dass sich die abzeichnende Niederlage von den restlichen drei Ettlingern im erträglichen Rahmen gehalten werden konnte.
Im Schlusstrio kam es zum finalen Fight zwischen Wolf, Ockert und Grüneberg gegen Nägel, Liebold und Beck. Allerdings war der Fight sehr einseitig, denn Wolf (887), der einen mehr als gebrauchten Tag erwischte, musste Nägel (937) ziehen lassen. Auch Ockert (993) hatte gegen Liebold (1057) nicht den Hauch einer Chance und der gesundheitlich angeschlagene Grüneberg (937) musste Beck (1027) deutlich an sich vorüberziehen lassen.
Insgesamt sah man einen beeindruckenden Auftritt des vielleicht kommenden Deutschen Meisters Olympia Mörfelden, der dieses in weiten Strecken sehr einseitige Spiel klar dominierte und zeigte, warum die Hessen zu Recht momentan den Platz an der Sonne innehaben. Somit ging die 6138:5798 Niederlage für die Badener völlig in Ordnung, mehr war an diesem Tag einfach nicht drin.
Für die Ettlinger bleibt die Lage weiterhin relativ spannend, denn mit nur noch zwei Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz müssen die vier restlichen Heimspiele gegen GH/GW Sandhausen, KSC Frammersbach, BF Damm und FH Plankstadt gewonnen werden, um den Klassenerhalt aus eigener Kraft zu schaffen.
Holger Liebold: „Heute haben wir gegen doch überraschend schwache Ettlinger unser Spiel auf die Bahnen gebracht und konnten unseren sechsten Mann testen, wo wir momentan etwas schwächer besetzt sind. Wenn wir diese Position noch etwas stabilisieren, dann wollen wir klar den Meistertitel angreifen.“
Thomas Speck: „Gratulation an Mörfelden für diesen glanzvollen Auftritt. Heute waren wir nicht der Gegner, der hier den Sieg davontragen würde können, dies war uns von Beginn an klar. Wir verzagen aber nicht, sondern konzentrieren uns nun voll auf unsere Heimspiele, wo wir punkten wollen.“
Thomas Speck
SG Ettlingen