Ettlingen bis zum Schluss auf höchsten Niveau - Wolfsburg verliert trotz engagierter Leistung
Die Ettlinger trafen beim ersten Heimspiel im neuen Jahr auf den Drittplatzierten KV Wolfsburg, der zwar im Vorfeld tief gestapelt hatte, aber dennoch mit breiter Brust in Ettlingen antrat. Schon im Vorfeld war klar, dass es nicht das prognostizierte einseitige Spiel der Ettlinger geben würde, sondern die Wolfsburger durchaus den Ettlingern die Punkte abjagen wollten. Der Ettlinger Mannschaftskapitätn Thomas Speck prognostizierte zur Begrüßung eine Zahl jenseits der 6100 Kegel bei den Gästen, eine Einschätzung, die am Ende auch wirklich so eintraf.
Im Startpaar legten Manuel Wassersleben (1065) und Mathias Hähnel (1049) bei den Gästen den Grundstein für ein enges und spannendes Spiel gegen Gerd Wolfring (1038) und Jörg Schneidereit (1072) auf Seiten der Gastgeber und gingen sogar mit einem Vorsprung von 4 Kegel aus diesem Duell hervor. Dabei setzte Manuel Wassersleben den nominell besten Ettlinger Gerd Wolfing immer wieder geschickt unter Druck, so dass der Ettlinger nicht sein gewohntes Spiel aufziehen konnte. Auch Jörg Schneidereit tat sich gegen einen bestens aufgelegten Mathias Hähnel immer wieder schwer.
Im Mittelpaar gingen dann Andreas Wolf und Rainer Grüneberg gegen Carsten Strobach und Gerhard Gams auf die Bahnen. Das Konzept der Wolfsburger, die Gastgeber früh und nachhaltig unter Druck zu setzen, ging weiter voll auf. Carsten Strobach, der an diesem Tag mit 1132 Kegel einsam seine Kreise zog und "Kegeln von einem anderen Stern" zeigte, konnte dabei das drittbeste jemals gespielte Ergebnis in Ettlingen auf die Bahnen zaubern. Andreas Wolf musste kurz vor der Halbzeit seiner leichten Zerrung Tribut zollen und machte für Daniel Jauß Platz, der sofort in sein Spiel fand und super aufspielte, was später noch ein wichtiger Matchpunkt werden sollte. Zusammen erspielten sie 1025 Kegel und schufen so die Grundlage, dass die Ettlinger weiter im Spiel blieben. Rainer Grüneberg spielte gewohnt stark auf und konnte sein Spiel am Ende mit 1038 Kegel abschließen. Gerhard Gams, an diesem Tag unter seinen Möglichkeiten bleibend, musste seiner etwas ungenauen Kugel an diesem Tag Tribut zollen und kam am Ende auf für ihn ungewohnt dünne 1003 Kegel. Nach diesem Durchgang lagen die Gastgeber sehr ungewohnt mit 76 Kegel zurück und blickten etwas ungläubig auf die Anzeigetafel, denn die Gäste zeigten zu diesem Zeitpunkt, dass sie gewillt waren, die Punkte aus Ettlingen zu entführen.
Im Schlußpaar gingen dann für die Gastgeber Thomas Speck (1062) und Dieter Ockert (1061) gegen Jens-Uwe Weiß und André Landschädel (951) auf die Bahnen. Auf der ersten Bahn spielten die Gäste munter mit und die Gesichter im heimischen Lager wurden immer länger. Auf der zweiten Bahn kippte das Spiel dann allerdings zugunsten der Gastgeber, als die beiden Wolfsburger im Abräumen zuviele Kegel stehen ließen und die Ettlinger stark abräumten. Auf den letzten beiden Bahnen beherrschten die Ettlinger ihre Gegner dann fast nach Belieben, trotz der Auswechslung von Jens-Uwe Weiß. Jens-Uwe Weiß und Andreas Hüttl kamen zusammen auf dünne 926 Kegel, eigentlich zuwenig, um den Gegner ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.
So endete das Spiel letztendlich verdient zugunsten der Gastgeber, da sie in der Breite stärker aufgestellt waren und über die volle Distanz eine sehr homogene Leistung auf die Bahnen bringen konnten. Die Wolfsburger bewiesen aber, dass sie eine schlagkräftige Truppe beieinander haben, in letzter Konsequenz fehlen aber noch 2 Top-Spieler, dann wären die Wolfsburger sicher Mitfavoriten im Titelrennen und den Plätzen auf dem Podest.
Thomas Speck (SG Ettlingen)
Es hat für den KVW leider nicht für einen Sieg gereicht. In einem hochklassigen Spiel unterlagen die Wolfsburger bei der heimstarken SG Ettlingen mit 6126:6296. „Das Ergebnis sieht deutlicher aus, als es eigentlich gewesen ist“, sagte Kapitän Gerhard Gams nach dem Spiel. „Ergebnistechnisch können wir uns keinen Vorwurf machen, immerhin haben wir Auswärtsbestleistung gespielt“ ergänzt er.
Mit viel Druck zu Beginn wollte der KVW die Gastgeber früh attackieren. Manuel Wassersleben (1065) und Mathias Hähnel (1049) setzten die Vorgabe exzellent um. Beide spielten auf sehr hohem Niveau und konnten die starken Gastgeber Gerd Wolfring (1038) und Jörg Schneidereit (1072) sogar in Schach halten. Ein ganz knapper Vorsprung von vier Kegeln konnten die Gäste verzeichnen. Man spürte förmlich die Spannung in der gut gefüllten Kegelhalle.
Im zweiten Durchgang schlug die Stunde von Carsten Strobach (1132). Ihm zur Seite stand Gerhard Gams (1003). Strobach spielte wahrscheinlich das Spiel seines Lebens. Mit einer unglaublichen Präzision jagte er Wurf um Wurf in die Gasse und zelebrierte Kegelsport vom Feinsten. Am Ende stand mit Durchgängen von 288, 288, 278 und 278 eine Zahl an der Anzeigetafel, die auswärts noch nie von einem Wolfsburger erreicht wurde. Bei den Gastgebern wurde Andreas Wolf durch Daniel Jauß (zusammen 1025) ersetzt. Ein Wechsel, der sich letztendlich noch auszahlen sollte. Leider konnte Gams das vorgelegte Tempo nicht mitgehen und musste deutlich gegenüber seinem Mannschaftskollegen und auch seinem Kontrahenten Rainer Grüneberg (1038) abreißen lassen. Zu viele kleinere Fehler durchzogen sein Spiel. Trotzdem lag der KVW nach zwei Durchgängen mit 76 Kegeln in Front. Eine Situation, die es so noch nicht allzu oft in Ettlingen gegeben hat. Der Plan, die Gastgeber früh unter Druck zu setzen, schien für die Wolfsburger aufzugehen.
Jens-Uwe Weiß und Andre Landschädel (951) hatten nun die schwere Aufgabe gegen Thomas Speck (1062) und Dieter Ockert (1061) den Vorsprung ins Ziel zu bringen. Leider zeichnete sich bereits früh ab, dass der Vorsprung die Gäste eher hemmte und die Gastgeber beflügelte. Weiß erwischte einen schlechten Tag und wurde nach knapp zwei Bahnen gegen Andres Hüttl ausgewechselt. Da auch bei ihm zu Beginn Sand im Getriebe gewesen ist, erspielten sie zusammen nur magere 926 Kegel. Da auch Landschädel nur sehr schwer ins Spiel fand, war letztlich der Traum von Auswärtscoup relativ früh im Schlussdurchgang geplatzt. Zu stark agierten in dieser Phase die Gastgeber. Was bleibt ist die Tatsache, dass es insgesamt ein sehr guter Auftritt des KVW gewesen ist, letztlich aber auch die Tiefe im Kader fehlt um auch solche Spiele gewinnen zu können. „Selbst wenn ich meine Form hätte abrufen können, wäre es sehr eng mit einem Sieg geworden, da wir letztlich nicht in der Lage gewesen sind den Druck bis zum Schluss oben zu halten. Wir nehmen trotzdem sehr viel Positives aus diesem Spiel mit und wollen versuchen nächste Woche dem Tabellenführer ein Bein zu stellen“ lautete das Fazit von Kapitän Gams. Am kommenden Samstag steht bei Olympia Mörfelden das kürzeste Auswärtsspiel der Saison an. Man darf gespannt sein, in wie weit die Wolfsburger den Schwung aus der Leistung von Ettlingen mitnehmen können.
Gerhard Gams (KV Wolfsburg)