Pressebericht

1. Bundesliga Männer: KC BG Nußloch 1 - KV Wolfsburg 1 (5720:5622)




Viel Chaos vor und während dem Spiel - Nußloch stoppt Wolfsburger Serie im "Marathonmatch"

In einem durchaus interessanten Spiel konnte Nußloch mal wieder einen Heimsieg verbuchen.

Durch eine interne Umstellung ließen sie Sven Wacker vorne weg spielen und bildete mit Christian Paul das Startpaar. Augenscheinlich gefiel ihm das besser und beide brannten gleich ein kleines Feuerwerk ab. Christan Paul mit tollen 983 Kegeln konnte seinem Kontrahenten Carsten Strohbach mit 964 Kegeln 19 Kegel und Sven Wacker mit tollen 972 Kegeln konnten seinem Gegenüber Manuel Wassersleben mit 924 Kegeln sogar 48 Kegel abnehmen. Starkes Startpaar, so kann das weitergehen. Somit ging das Mittelpaar mit 67 Kegel Vorsprung auf die Bahn.

Beide Akteure wollten natürlich in nichts nachstehen. Erik Schielicke, wie gewohnt ruhig agierend, sicherte sich mit 986 Kegeln die Pole aus Nußlocher Sicht und nahm seinem Gegner André Landschädel, der überhaupt nicht zurechtkam und nur 884 Kegel spielte, 102 Kegel ab. Patrick Nikisch mit 929 Kegeln mühte sich, konnte sich aber gegen Stefan Groß mit 922 Kegel nicht entscheidend absetzen. Letztendlich konnte aber das Mittelpaar nochmal 109 Kegel drauf packen und so hatte Nußloch 176 Kegel Vorsprung.

Dass auch höhere Ergebnisse möglich sind, stellte Gerhard Garms unter Beweis. Mit 1008 Kegeln war er Tagesbester. Obwohl Thomas Olson mit tollen 977 Kegeln gut mithalten konnte, musste er 31 Kegel abgeben. Einen rabenschwarzen Tag erwischte Andreas Mahl. Mit enttäuschenden 873 Kegeln musste er seinem Kontrahenten Andreas Hüttl, der sich mit 920 Kegeln ebenfalls mit den Bahnen schwer tat, 47 Kegel abgeben. Letztendlich reichte der Vorsprung aber aus, um die Punkte in Nußloch zu halten.

Vom Ergebnis her mit 5720 Kegel ist aber noch deutlich Luft nach oben.

Ernst Schäfer
BG Nußloch


Die Wolfsburger konnten den Aufwärtstrend auf fremden Bahnen nicht fortsetzen. Beim KC BG Nußloch setzte es eine durchaus knappe Niederlage. Es war ein Spiel, welches wohl kein Wolfsburger so schnell vergessen wird. "Ein solches Spiel habe ich in meiner langen Laufbahn bisher noch nicht erlebt", sagte ein sichtlich aufgebrachter Kapitän Gerhard Gams nicht nur einmal.

Aufgrund von Problemen mit dem Sportprogramm und dem dazugehörigen Spielnachweis pro Bahn, war ein pünktlicher Beginn nicht möglich. So mussten sich die ersten Starter permanent mit kleineren Übungen auf Spannung halten. Zu allem Überfluss war der eingeteilte Schiedsrichter aufgrund von Krankheit nicht anwesend. Ein Umstand, der während des Spiels für weiteren Unmut sorgen sollte. Erst als die Wolfsburger nur unter Protest beginnen wollten, wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, das Problem zu beheben. Bereits hier wurde mit komischen Bemerkungen nicht unbedingt zur Beruhigung beigetragen. So konnte mit etwa 35 Minuten Verspätung endlich begonnen werden. Für den KVW begannen erneut Carsten Strobach (964) und Manuel Wassersleben (924). Auf Seiten der Gastgeber gingen Christian Paul (983) und Sven Wacker (972) auf die Bahn. Es entwickelte sich ein ganz komisches Spiel. Während die Wolfsburger in die Vollen immer wieder etwas davonziehen konnten, zeigten die Gastgeber vor allem im Abräumen wie die nicht einfach zu spielende Bahn doch gemeistert werden kann. Vor allem Wassersleben hatte hier oft das Nachsehen. Letztlich konnten die beiden Wolfsburger einen Rückstand von 67 Kegeln nicht verhindern. Zu diesem Zeitpunkt war schon deutlich der Unmut im Lager des KVW ob der unklaren Situation, wann die Zeit aufgrund von Verhängern eigentlich angehalten werden muss. Niemand auf Seiten der Gastgeber fühlte sich für einen geregelten Ablauf wirklich verantwortlich. So verstrich Minute um Minute, bis endlich die Zeit angehalten wurde. Auch hier mussten die Wolfsburger mehrfach intervenieren, damit sich etwas bewegte.

Als sich Stefan Groß (922) und André Landschädel (884) im Mittelpaar einspielten, kam es zum nächsten "Tropfen" für das sowieso schon sehr volle Fass. Durch eine falsche Bedienung am Pult, wurde das ganze Sportprogramm durcheinander gebracht und konnte mit aktuellem Stand nicht wieder in Gang gesetzt werden. Die Mine von Kapitän Gams verdunkelte sich mehr und mehr, vereinzelt kam es auch zu kürzeren Wortgefechten. Es gingen erneut mehr als 30 Minuten ins Land, bis eine Lösung zum Weiterspielen gefunden wurde. Die beiden KVWler haben es leider nicht geschafft, die Spannung in dieser wirklich schwierigen Phase so weit oben zu halten, um Patrick Nikisch (929) und Erik Schielicke (986) zu irgendeiner Zeit in Verlegenheit zu bringen. Landschädel fand überhaupt nicht ins Spiel; so betrug der Rückstand deutliche 176 Kegel. Für Gerhard Gams (1008) und Andreas Hüttl (920) ging es gegen Thomas Olson (977) und Andreas Mahl (873) nur noch um Ergebniskosmetik. Zwar probierten die beiden Wolfsburger nochmal alles, doch sieben Neuner!!! von Olson im ersten Abräumen machten auch den letzten Funken Hoffnung zu Nichte. Am Ende gelang es lediglich, den Rückstand noch knapp unter 100 Kegel zu drücken. Am Ende waren mehr 6,5 Stunden seit dem angesetzten Spielbeginn und Sportgruß vergangen, bis endlich die letzte Kugel gespielt wurde.

Damit geht dieses Spiel in der Geschichte des KVW als das längste ein. Nach dem Spiel machte Kapitän Gams seinem Ärger über die Vorkommnisse vor und während dem Spiel nochmal Luft. "Es kann nicht sein, dass keiner der Anwesenden in der Lage ist, die Technik einwandfrei zu bedienen. Ich rede hier nicht von technischen Problemen an der Bahn, diese können immer mal auftreten und sind nicht immer ganz so einfach zu beheben, sondern von der Bedienung des Sportprogramms. Auch ist es sehr befremdlich, wenn sich seitens der Gastgeber niemand der Aufgabe annimmt, dass zumindest das Thema Zeitstopp in einem geregelten Rahmen abläuft. Zukünftig werden wir definitiv als Verein und Mannschaft bei solchen Dingen etwas anders auftreten."

Ob das Spiel einen anderen Verlauf unter normalen Umständen genommen hätte, kann natürlich niemand sagen und es ist auch müßig, darüber zu diskutieren. Es ist aber schade, dass mangelnde Kenntnis zu solch einer Situation führt. Für die Wolfsburger geht es jetzt in die wohlverdiente fünfwöchige Winterpause. Die Truppe steht mit 16:8 Punkten auf dem geteilten dritten Platz und kann erhobenen Hauptes den Jahreswechsel angehen.

Der KVW möchte sich auf diesem Weg bei den Förderern und Fans für das entgegengebrachte Vertrauen recht herzlich bedanken und wünscht allen ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins Jahr 2016.

Gerhard Gams
KV Wolfsburg

Mit dem einzigen Tausender: Gerhard Gams 1008
Photo: KV Wolfsburg


Ergebnisse KC BG Nußloch 1:
Christian Paul 983, Sven Wacker 972, Patrick Nikisch 929, Erik Schielicke 986,
Thomas Olson 977, Andreas Mahl 873

Ergebnisse KV Wolfsburg 1:
Carsten Strobach 964, Manuel Wassersleben 924, Stefan Groß 922, André Landschädel 884,
Gerhard Gams 1008, Andreas Hüttl 920

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