Wolfsburg bleibt zuhause ungeschlagen - Carsten Strobach mit Präzision zur persönlichen Bestleistung
Zumindest im Kegeln können die Wolfsburger gegen München gewinnen. Beim deutlichen 6158:5696 Sieg über den SKK Alt München zeigte der KVW einmal mehr seine aktuelle Heimstärke. "Unser Mittelpaar hat heute einen Sahnetag erwischt und die Richtung zum Sieg vorgegeben", sagte Gerhard Gams nach dem Spiel. Aufgrund der Personalsituation stellte der Kapitän erneut die Aufstellung um. So gingen Andreas Hüttl und Gerhard Gams (1008) für die Gastgeber als erste auf die Bahn. Hüttl wirkte von Beginn an indisponiert und fand zu keiner Zeit zu seinem Spiel. Als logische Konsequenz machte er nach 100 Wurf für Stefan Groß Platz. Groß machte seinem Namen alle Ehre und spielte an diesem Tag "Groß" auf. Mit fantastischen 530 Kegeln erreichte das Duo zusammen 973 Kegel. Letztlich mussten sie sich aber gegen einen starken Mario Cekovic (1017) geschlagen geben. Gams begann ordentlich, ließ sich dann aber zunehmend von Hüttl anstecken und konnte letztlich mit seinem Ergebnis in keiner Weise zufrieden sein, auch wenn er gegen Daniel Seidl (941) die Nase vorne hatte. Lag der KVW zur Hälfte des 1. Durchgangs sogar ungewohnt in Rückstand, so konnte zum Ende zumindest noch ein schmaler Vorsprung von 23 Kegeln für das Mittelpaar erkämpft werden. Carsten Strobach (1117) und André Landschädel (1052) sollten nun die Weichen auf Sieg stellen. Beide Wolfsburger legten vom Start weg ganz starke Serien auf die Bahn und konnten so den kleinen Vorsprung sofort etwas vergrößern. Strobach spielte sich an diesem Tag in einen wahren Rausch und zeigte Kegelsport von einem anderen Stern. Mit 704 Vollen und 413 Abräumer stellte er eine neue persönliche Bestleistung auf. Sein Kontrahent Dietmar Gäbelein musste nach 123 Wurf verletzt aufgeben und wurde durch Alexander Schmalix ersetzt. Letztlich musste das Duo (912) den Wolfsburger deutlich ziehen lassen. Landschädel hatte lediglich auf der zweiten Bahn einen kleinen Durchhänger, spielte ab da aber im Windschatten von Strobach ebenfalls nahezu perfekt und verfehlte seine eigene Bestleistung nur hauchdünn. Sein Gegner Fabian Lange (976) wehrte sich nach Kräften. Letztlich ging das Duell aber deutlich an den Wolfsburger. Das Schlusspaar der Wolfsburger hatte so einen beruhigenden Vorsprung von 304 Kegeln. Für Istvan Szalkai (961) und Mathias Hähnel (1047) ging es nun darum, das Ergebnis der letzten Woche zu bestätigen bzw. wieder Konsequenz in das eigene Spiel zu bekommen. Szalkai, der morgens noch gearbeitet hatte, setzte zu Beginn gute Würfe. Leider musste er etwas seinem Körper Tribut zollen und konnte nicht ganz seine Form von letzter Woche bestätigen. Dennoch behielt er gegen den Münchner Michael Altmann (954) am Ende ganz knapp die Oberhand. Hähnel zeigte sich gegenüber der Vorwoche deutlich verbessert und ließ in seinem Duell dem Gast Mike Kell (896) nicht den Hauch einer Chance. Am Ende stand ein mehr als deutlicher Sieg für den KVW zu Buche, der bei dem Verlauf zu Beginn nicht unbedingt zu erwarten gewesen ist. "Carsten Strobach und André Landschädel haben heute gezeigt, was auf unseren Bahnen aktuell möglich ist. Auch Stefan Groß zeigte, warum es wichtig, ist einen breiten Kader zu haben. Toll, wie er sofort im Spiel gewesen ist", sagte ein sichtlich zufriedener Kapitän. Der Sieg, vor allem aber die Art und Weise, sollte für das kommende Wochenende vielleicht doch etwas Hoffnung beim KVW aufkommen lassen, auch wenn es alles andere als leicht wird. Für die Wolfsburger stehen zwei Spiele gegen die Mannschaften aus Sandhausen auf dem Programm. Mit dem gezeigten Biss und der Effektivität besteht zumindest die Chance, nicht komplett unter die Räder zu kommen und stattdessen auch auswärts mal ordentliche Ergebnisse zu erzielen.
Gerhard Gams