Wolfsburg schlägt einen der "Big Three" - Mörfelden förmlich überrannt
„Zuhause nicht nichts Neues“ lautet das Motto für die Wolfsburger. Gegen die Mannschaft von Mörfelden gab es einen deutlichen 6156:5708 Sieg, der vor allem in dieser Höhe nicht zu erwarten war. "Das was wir uns vorgenommen haben, konnten wir heute in keinster Weise umsetzen", sagte Mannschaftssprecher der Gäste Jürgen Fleischer nach dem Spiel. Kapitän Gerhard Gams lobte die Geschlossenheit seiner Mannschaft. "Wenn die ersten fünf Spieler innerhalb 14 Kegel liegen, ist das schon beeindruckend". Die Wolfsburger mussten die Aufstellung etwas umstellen.
Beide Gastgeber Stefan Groß und Mathias Hähnel begannen sehr konsequent, wobei die Gäste anfangs sehr gut mithielten. Auf den zweiten 100 Wurf zeichnete sich schon eine kleine Vorentscheidung ab. Während die Gäste zunehmend ihre spielerische Linie verloren, konnten Stefan Groß (973) und Mathias Hähnel (1045) ihr Niveau halten und ihre Duelle gegen Sven Völkl (918) und Neuzugang Dieter Nielsen (902) mehr als souverän gewinnen. Der Vorsprung war mit 198 Kegeln schon überraschend groß.
Neue Spieler, jedoch altes Spiel. Während Carsten Strobach (1037) und André Landschädel (1035) gewohnt souverän agierten und sich einen heißen Fight im direkten Duell lieferten, versuchten Heiko Held (984) und Robert Nägel (970), an den Gastgebern dran zu bleiben. Allerdings gelang dies nicht über die gesamte Dauer, so dass die beiden KVW'ler den Vorsprung weiter ausbauten. Nach dem Mittelpaar betrug der Vorsprung mehr als 300 Kegel für den KVW. Zu diesem Zeitpunkt war die Partie natürlich entschieden. Für Jens-Uwe Weiß (1031) und Gerhard Gams (1035) ging es darum, sich an den bisher gezeigten Leistungen hochzuziehen.
Für die Gäste ging es nur noch um Schadensbegrenzung. Vor allem Stefan Beck zeigte auf den ersten 100 Wurf (555), was auf der Bahn in Wolfsburg für Gäste möglich ist. Unbeeindruckt hiervon spulten die beiden Wolfsburger ihr Pensum ab. Auch hier entwickelte sich ein heißes Match im direkten Vergleich, den letztlich Gerhard Gams ganz knapp für sich entschied. Holger Liebold wurde nach 150 Wurf durch Altmeister Jürgen Fleischer (gemeinsam 888) ersetzt. Allerdings änderte dies nichts mehr an dem deutlichen Sieg der Gastgeber. "Wenn ihr Zuhause weiterhin solche Ergebnisse auf die Bahn legt, werdet ihr nicht direkt in die Meisterschaft eingreifen, da in Wolfsburg keiner gewinnen wird", sagte Jürgen Fleischer bei der Absage. Frei interpretiert heißt dies, dass die Wolfsburger kein Aspirant um den Titel sind, solange sie ihre teilweise eklatante Auswärtsschwäche nicht in den Griff bekommen. Allein dies sollte für die Autostädter Anlass genug sein, endlich zu zeigen, dass die Mannschaft auch auswärts bestehen kann. Dadurch würden die Wolfsburger doch direkt in die Meisterschaft mit eingreifen und zwar, dass sie sich selber ins Spiel bringen. Durch eine Spielverlegung haben die Classic Kegler in der Bundesliga jetzt erst mal zwei Wochen Pause, bevor es dann zum zweiten Auswärtsspiel in der Saison nach Aschaffenburg geht. Es wäre ein guter Zeitpunkt, mit dem Eingreifen zu beginnen.
Gerhard Gams
Die erste Mannschaft von Olympia Mörfelden erwischte einen rabenschwarzen Tag in Wolfsburg. Der beste Olympianer Stefan Beck stellte zugleich den Tagesbestwert mit herausragenden 1046 Kegeln. Beide Olympianer, Sven Völkl und Dieter Nielsen, erwischten keinen guten Tag. Sven Völkl blieb bei 918 Kegeln hängen und verlor gegen Stefen Groß; Dieter Nielsen fand überhaupt nicht zu seiner Leistung. Er erreichte nur schwache 902 und verlor damit gegen Mathias Hähnel (1045) deutlich an Boden. Heiko Held erzielte akzeptable 984 Kegel, verlor jedoch auf Carsten Strobach (1037) weitere Zähler. Der für Pascal Jestädt aufgerückte Robert Nägel machte seine Sache ordentlich und erzielte 970 Kegel, konnte damit mit André Landschädel (1035) jedoch nicht mithalten. Die Schlussachse um Stefan Beck und Holger Liebold, welcher nach 150 Wurf für Jürgen Fleischer Platz machte, konnte frei aufspielen, denn der Abstand war bereits auf ein uneinholbares Maß angewachsen. Die Kombination Holger Liebold/Jürgen Fleischer erreichte nur indiskutable 888 Kegel gegen Gerhard Gams (1035). Einzig Stefan Beck machte seine Sache gut.
Florian Schulz