Happy End für die Routiniers - Olympia siegt knapp in Rodalben
Dramatik pur ohne Happy End: Trotz Saisonbestleistung und einer tollen Aufholjagd verlor die SG Fortuna Rodalben gegen den sechsmaligen Deutschen Meister Olympia Mörfelden. Nur eine schwache Bahn, bei der 80 Kegel abgegeben wurden, verhinderte den Überraschungscoup.
„Ich bin unheimlich stolz auf mein Team. Das war für mich keine Niederlage. Zwar haben wir zwei Punkte verloren, doch gegen diese Top-Mannschaft gleichwertig dagegengehalten. Lobenswert auch die Leistung von Erich Walker, der uns nach seiner Einwechselung am Leben hielt“, so der Fortuna-Mannschaftsführer Andreas Christ.
Von Beginn an war leben in der Bude. Der wieder genesene Karl-Heinz Bachmann bot mit traumhaftem Abräumspiel dem Spitzenspieler Sven Völkl die Stirn und bewies seinen enormen Kampfeswillen. Auch ein zwischenzeitlicher 30-Kegel-Rückstand brachte ihn nicht von der Rolle, da er sich beispielhaft wehrte und am Ende mit 1034:1026 triumphierte. Dessen Partner Bernd Rohr kam anfangs (221) nur mühsam ins Spiel. Da er sich aber im weiteren Verlauf immens steigerte (239/266/241), unterlag er seinem Gegner Heiko Held denkbar knapp (967:968). So wurde das Fortunen-Mittelpaar mit einem überraschenden Sieben-Kegel-Vorsprung bedient. Doch dann der Schreckmoment, der fast das Blut in den Adern der Fortuna-Fans gefrieren ließ. Der Körper von Markus Noll streikte, ein normaler Wurfablauf kam überhaupt nicht zustande, so dass er die Bahn mit 186 Kegeln abschloss. Dessen Gegner Holger Liebold nutzte die Gunst der Stunde und versetzte mit 266 Kegeln den Fortunen fast den Todesstoß. Doch wehte nach der Einwechselung von Erich Walker frischer Wind im Fortuna-Spiel. Mit 776 (267/260/247) schraubte er das Kombinations-Ergebnis auf glänzende 962 Kegel, wobei er den Tatendrang von Liebold (260/241/237=1004) enorm einschränkte. Von alledem ließ sich Florian Semmler nicht beeindrucken. Fast beschwerdefrei lieferte er seinem prominenten Gegner Jürgen Fleischer ein rassiges Spiel und gewann mit 959:946. Die Fortunen waren wieder im Spiel, der Rückstand auf 24 Kegel geschrumpft. Was dann folgte, riss die Fans beider Lager von den Sitzen. Kegeln auf absolutem Bundesliga-Niveau zelebrierten Andreas Christ und sein Partner Daniel Kudla-Dahmen, die gegen das Ausnahmepaar Dieter Nielsen/Stefan Beck das Unmögliche vollbringen wollten. Doch glich ihr Spiel dem auf eine Gummiwand. Egal was kam, ihre Gegner fanden immer eine Antwort, so vergrößerte sich der Rückstand nach zwei Bahnen auf 46 Kegel. Für sie keinen Grund zur Aufgabe- nach einem Zwischenspurt schmolz der Rückstand auf fünf Kegel vor der finalen Bahn. Doch hielten Dieter Nielsen (1020) und Stefan Beck (1028) dem Druck stand und blockierten alle Angriffe von Andreas Christ (1033) und Daniel Kudla-Dahmen (1020), so dass deren knapper Sieg in trockenen Tüchern war.
„Ich bin enttäuscht, dass wir trotz der Bestleistung nicht gewonnen haben“, so der Fortuna-Sportwart Erich Walker. Happy dagegen die Mörfeldener Kegel-Ikone Jürgen Fleischer: „ Es war das erwartet schwere Spiel, das wir bei zwei gleichwertigen Mannschaften glücklich gewannen.“ Voll des Lobes war auch Mörfeldens Sportwart Holger Liebold: „Respekt vor Rodalben, das Spiel stand oft auf des Messers Schneide. Wir mussten uns den Sieg erkämpfen“.
Herbert Striehl
Fortuna Rodalben
Olympias erste Mannschaft gastierte am vergangenen Spieltag bei der Fortuna Rodalben. Wie erwartet entwickelte sich die Begegnung zu einem spannungsgeladenen Krimi. Erst die letzten Würfe entschieden darüber, dass sich die Olympianer hauchdünn durchsetzen konnten.
Die Partie startete mit den Duellen Karl-Heinz Bachmann gegen Sven Völkl und Bernd Rohr gegen Heiko Held. Völkl spielte gewohnt stark, musste mit 1026 Kegeln Bachmann ziehen lassen. Held hielt mit 968 Kegeln Rohr.
Es folgten Jürgen Fleischer und Holger Liebold im Duell mit Florian Semmler und der Kombination aus Markus Noll und Erich Walker. Fleischer fand gar nicht zu seiner Leistung und erzielte für ihn schwache 946 Kegel gegen Semmler Liebold machte seine Sache besser und fällte 1004 Kegel gegen die Auswechselkombination Noll / Walker.
Für Olympias Schlussachse, bestehend aus Dieter Nielsen und Stefan Beck, galt es nun, den leichten Vorsprung über die Ziellinie zu bringen. In einem hochklassigen und nervenaufreibenden Duell, bei dem alle vier Kegler die Tausender-Marke knackten, gelang es den beiden Olympianern die Nase vorn zu behalten. Dabei erspielte Nielsen gute 1020 Kegel gegen Andreas Christ und Beck brachte starke 1028 Kegel auf die Anzeige gegen Daniel Kudla-Dahmen.
Florian Schulz
Olympia Mörfelden
Bernd Rohr und Karl-Heinz Bachmann brachten ihr Team in Führung

glückliche Olympianer: Dieter Nielsen, Stefan Beck, Holger Liebold, Jürgen Fleischer
Photos: Herbert Striehl