Gut, aber nicht gut genug - Hallenderby in Sandhausen zugunsten der Rot-Weißen
Am 7.Spieltag der DCU empfing Rot Weiß die ebenfalls heimischen Spieler der Gut Holz/Grün Weiß Sandhausen auf ihren Bahnen. Dass Derbys ihre eigenen Gesetze schreiben, dazu muss der Chronist nichts weiter ausführen. Beide Mannschaften kennen die Bahnen und wissen, wie man sich drauf einstellt.
Es begann zugleich ein Spiel auf Augenhöhe. Simon Haas erwischte einen super Start und setzte sich mit 521 Kegeln nach 100 Wurf toll in Szene. Auch Dieter Hasenstab war mit 485 Kegeln nicht schlecht unterwegs. Ebenfalls gut ins Rennen kam Willi Redlin auf Seiten der Gut Holzer. Auf der dritten Bahn änderten sich die Vorzeichen. Dieter Hasenstab hatte ein schwächere Bahn, die Marco Goldbach gleich sehr gut ausnutze. Simon Haas blieb an diesem Tag seiner Linie treu und erzielte hervorragende 1035 Kegel, gleichzeitig Tagesbestwert. Er hielt den ebenfalls gut spielenden Willi Redlin in Schach halten und machte 44 Kegel gut. Dieter Hasenstab und Marco Goldbach blieben auf Augenhöhe und dank der guten letzen Bahn von Dieter Hasenstab konnte auch er einige Punkte gut machen.
Beide Rot-Weiß-Akteure begann sehr gut und auf einem guten Weg, schöne Ergebnisse zu erzielen. Es schien, als wäre nach 100 Wurf war die Luft raus. Gut Holz kam immer besser ins Spiel, vor allem Markus Hermann zeigte sich in Topform. Fabian Kirsch war völlig neben der Rolle und musste sich mit schwachen 911 Kegeln zufrieden geben. Da Dominik Schulz ebenfalls nicht seinen besten Tag erwischte, war Glück für Rot Weiß. Denn auch Chris Cunow sah sich die zweiten 100 Wurf neben sich kegeln. Mit 967 musste der einige Punkte an Markus Hermann abgeben.
57 Kegel Plus war der Vorsprung für Mike Heckmann und Sören Busse. Sie waren sich der Schwere der Aufgabe bewusst, standen sie doch mir Christian Brunner einem sehr guter Mann gegenüber. Auch Christian Schneider zeigte in der Vergangenheit immer wieder Top-Ergebnisse. Wie erwartet begann Christian Brunner bärenstark. Sören Busse begann wie in den besten Zeiten und seine Top-Verfassung war zu spüren. Mit 536:535 brannten beide ein Feuerwerk ab. Auf Top-Niveau erspielten sich beide die Herzen ihrer Fans. Damit war alles offen und die Stimmung wurde immer besser - beide Teams auf Schlagdistanz. Mike Heckmann begann ebenfalls sehr gut mit 504 kegel und machte gegen Christian Schneider einige Kegel gut. Auf der dritten Bahn sahen sich die Gut Holzer schon im Hintertreffen, doch durch eine Neunerserie von Christian Brunner und einer sehr guten Bahn von Christian Schneider waren sie wieder herangekommen. Etwas nervös agierend begannen die Rot-Weiß-Akteure. Sören Busse fand nicht mehr ganz seinen guten Lauf und Christian Brunner ebenfalls nicht. Am Ende glichen sich beide an undzeigten mit 1010 und 1002 für die Zuschauer ein Top Spiel. Mike Heckmann konnte sich wieder fangen und nach sehr gutem Vollespiel die Bahnen mit 1011 verlassen. Am Ende ein wichtiger Sieg für Rot Weiß und ein jederzeit faires Spiel beider Mannschaften.
Mike Heckmann
RW Sandhausen
Die Überraschung blieb aus. Am Samstag verlor Gut Holz 78 Sandhausen das "Auswärtsspiel" bei Rot-Weiß Sandhausen. Der Favorit gewann das Hallenderby am Ende mit 5895:5788. Doch die Partie war kein Selbstläufer für Rot-Weiß, die Überraschung für die dezimierten Gut Holzer wäre möglich gewesen. Den Sieg fuhr Rot-Weiß jedoch vor allem dank der Routine und Konsequenz ein, die Mike Heckmann und Sören Busse als Schlussspieler auspackten.
Die Mannschaft um Tobias Woll musste auf ihn verzichten, da er sich noch mit seiner Oberschenkelverletzung aus der Vorwoche plagte. Für ihn blieb Markus Hermann im Team. Ausfallen durfte an diesem Spieltag ebenfalls niemand, da kein Ersatz verfügbar war; alle Spieler wurden in anderen Mannschaften gebraucht.
Die Vollen noch recht ausgeglichen, ging Rot-Weiß im Abräumen in Führung. Vor allem Marco Goldbach ließ auf den ersten zwei Bahnen kein Bundesliganiveau im Abräumen aufkommen. Erst ab der dritten Bahn fing er sich und kam auf akzeptable 940 Kegel. Sein Gegner Dieter Hasenstab gab sich keine Blöße und nahm ihm 21 Kegel ab. Bei Willi Redlin lief es deutlich besser, als bisher. Mit dem überragenden Tagesbesten Simon Haas konnte er nicht mithalten; dieser machte ganze 44 Kegel gut. Eine Führung von 65 Kegel für Rot-Weiß Sandhausen nach dem Start.
Fabian Kirsch fing gut an, baute aber dann Bahn für Bahn ab und kam auf 911 Kegel. So nahm ihm Markus Hermann, der eine tolle Vorstellung ablieferte, 64 Kegel ab. Christian Cunow jedoch hatte Dominik Schulz, der nie richtig ins Spiel fand, gut im Griff, so dass der Vorsprung nur marginal kleiner wurde.
57 Punkte war die Marke, die es für die zwei Christians (Brunner + Schneider) zu knacken galt. Die Hoffnung keimte auf und war sogar realistisch. Nach 10 Wurf ins erste Abräumen, waren sie nur noch 20 Kegel getrennt. Doch das Aufbäumen wurde von den Routiniers Mike Heckmann und Sören Busse im Keim erstickt. Die zweite Bahn hatte es in sich. Sören Busse spielte 277 und Mike Heckmann 264, bei denen nur Christian Brunner (266) mithalten konnte. Der Vorsprung wuchs stetig und pendelte sich dann um die 100-Kegel-Marke ein. Brunner und Schneider kämpften beide mit einer Erkältung und wirkten daher nicht ganz so fit, als dass sie zu jeder Zeit ihr Spiel hätten durchziehen können. Christian Brunner schaffte den einzigen Tausender bei Gut Holz, Christian Schneider schraubte sein Ergebnis auf 969. Die Rot-Weißen ließen keine Schwächen erkennen und verzogen keine Miene, obwohl Mike Heckmann wie er selbst sagte „sich fast in die Hosen machte“ und spielten stark ihren Stiefel herunter.
Ein Spiel, das nicht zu jeder Zeit spannend war, aber definitiv seine Derbymomente hatte, ging damit für GH 78 Sandhausen verloren. RW Sandhausen ergriff dank des Sieges die Tabellenführung, da der VKC Eppelheim in Ettlingen verlor.
Marco Goldbach
SG GH 78/GW Sandhausen
Mike Heckmann und Sören Busse - die Routiniers der Rot-Weißen Schlussachse
Photos: RW Sandhausen

