"Alte Hasen" erleben Sensationskegeln - Rodalben fegt Frammersbach im Endspurt von der Bahn
Kegeln in all seinen Facetten erlebten die Zuschauer Aufsteigerduell zwischen SG Fortuna Rodalben und dem KSC Frammersbach. Nach einer furiosen Aufholjagd ihres Traumschlusspaares Andreas Christ (1082) und Bernd Rohr (Bestleistung-1063) gewannen die Gastgeber mit 5962:5749.
„Ein phantastisches Ergebnis, eine wahnsinnige Leistung des Schlusspaares, so der glückliche Erich Walker und betont „Dass Bernd Rohr seine Bestleistung nochmals so steigern konnte, war der pure Wahnsinn. Ich ziehe meinen Hut vor dieser Leistung“
Ohne ihre Asse aus dem Aufstiegsjahr Daniel Kudla, Markus Noll und Werner Weber war vor dem wichtigen Spiel Skepsis geboten. Diese wurde auch gleich im ersten Durchgang in einem rassigen Duell bestätigt. Gewohnt eröffnete Karl-Heinz Bachmann mit druckvollem, gleichmäßigem Spiel (257/246/257/249), das ihn zu 1009 Kegeln führte. Doch war es ihm nicht vergönnt, den gleichwertigen René Appel abzuschütteln, der 1001 Kegel dagegen setzte. Auch dies wiederfuhr seinem stark verbesserten Partner Florian Semmler (241/233/258/240=972), der in Felix Imhof einen hartnäckigen Gegner verspürte. Durch einen enormen Endspurt der Gäste mit vielen Neunern in der Schlussphase wurde der zwischenzeitliche Rückstand in eine 8-Kegel-Führung gedreht.
Nach der tollen Eröffnung mussten die Fortunen im Mittelfeld kleinere Brötchen backen. Überhaupt nicht ins Spiel kam Michael Martin, der mit 204 Kegeln (153/52) gegen Steven Maurer ausgewechselt wurde. Zwar gelang diesem ein guter Einstand (225/244/236=705), doch zog deren Gegner Christoph Welsch mit solider Leistung (948) davon. Da auch Oliver Bärmann (926) gegen Kevin Laubach (944) unterlag, stand das Fortuna-Schlusspaar durch den 64-Kegel-Rückstand gewaltig unter Druck.
Doch dann das Unerwartete. In einem wahren Rausch drehten Bernd Rohr (275) und Andreas Christ (258) schon nach der ersten Bahn den Rückstand in eine 10-Kegel-Führung. Unter dem Jubel der Fortuna-Fans wurde durch ein keglerisches Feuerwerk der Vorsprung immer mehr ausgebaut. Die Glanzrakete setzte Andreas Christ auf seiner dritten Bahn, die er mit 292 (176 V/116 A) abschloss. Da Bernd Rohr seine Bestleistung auf grandiose 1063 steigerte und Andreas Christ mit 1082 sein bisher zweitbestes Ergebnis ablieferte, wurde die Partie gegen Florian Frenzel (984) und Ronald Kirsch noch haushoch gewonnen.
„Das war einmalig. Dass wir das Spiel trotz der Personalprobleme noch gewannen ist der Geschlossenheit des Teams zu verdanken. Wir gaben nie auf“, so der Fortuna-Mannschaftsführer Andreas Christ.
„Ich bin sprachlos, so was habe ich noch nicht gesehen. Dass man so schnell alles abgeben und so in Rückstand geraten kann. Zwei Drittel geführt und dann noch haushoch verloren, Kegeln kann so hart sein kann“, so der sichtlich niedergeschlagene René Appel, der Mannschaftssprecher der Gäste.
Herbert Striehl
„So etwas habe ich in meiner 20jährigen Laufbahn noch nicht erlebt“, sagte Mannschaftskapitän René Appel über die Begegnung in Rodalben. Gut hatten sich die Frammersbacher Aufsteiger im Start- und Mittelpaar geschlagen. Besonders Felix Imhof und René Appel hielten die Erwartung auf zwei Punkte jederzeit hoch. Auch noch, als die Schlusspaarung mit 64 Guten ins Rennen ging. Als aber Andreas Christ (1082) und Bernd Rohr (1063) ein Fortunen-Feuerwerk zündeten, ging jegliche Chance verloren, das Spiel auch nur annähernd zu halten. So geht erstmals die „rote Laterne“ nach Frammersbach.
René Appel:
„Innerhalb von 50 Wurf haben wir noch niemals so viele Punkte abgegeben. Wir waren zwar etwas unter unseren Möglichkeiten, haben aber durch die guten Bahnen ein gutes Ergebnis gespielt.“
Astrid Herger