Entfesselte Sandhausener mit Clubrekord – Ettlingen erst im Schlusssprint eingefangen
Im Vorfeld des zweiten Spieltages gegen den Deutschen Vizemeister war zu erwarten, dass sich beide Mannschaften auf Augenhöhe begegnen und Ergebnisse jenseits der 6200 Kegel zu sehen sein würden - das zeigete bereits das Vorjahr.
Schon in der Startpaarung bekamen die zahlreichen Zuschauer Kegelsport vom Feinsten geboten und sahen zwei 1100er. Gerd Wolfring spielte von Anfang an druckvoll und war nach drei Bahnen zwischenzeitlich sogar auf Bundesligarekordkurs. Auf der letzten Bahn ließ er aber zu viel liegen und schraubte „nur“ seine persönlicher Bestleistung auf 1125 Kegel. Simon Haas konnte dem nicht folgen. Jörg Schneidereit fand sich zu Beginn nicht zurecht und tat sich anfangs schwer. Dieter Hasenstaab dagegen zeigte die nächste Sensation und knackte mit 1117 und persönlicher Bestleistung ebenfalls die magische 1100er-Grenze – damit führten die Gäste mit 14 Kegeln.
Auch das Mittelpaar entwickelte sich spannend. Andreas Wolf, an diesem Tag nicht auf den Punkt fit, blieb als einziger im dreistelligen Bereich und musste Christian Cunow ziehen lassen. Rainer Grüneberg hatte trotz 1059 Kegel gegen einen starken Fabian Kirsch kein Patentrezept parat, so dass RW Sandhausen mit 60 Kegeln in Führung lag.
Im Schlusspaar musste nun die Entscheidung fallen. Ettlingen nahm gleich das Heft des Handelns in die Hand und konnten zur Halbzeit den Vorsprung um 35 Kegel verringern. Auf der dritten Bahn konnten sie dank einer überragenden Bahn von Dieter Ockert den Rückstand in einen Vorsprung von sieben Kegeln drehen. Auf der letzten Bahn war allerdings die Luft raus und beide blieben weit unter ihren Möglichkeiten. Dies nutzten die Gäste sofort aus und entführten letztlich den Sieg aus Ettlingen. Trotz weiteren vierstelligen Ergebnissen, nutze alle Gegenwehr am Ende leider nichts - das Spiel ging mit 40 Kegeln denkbar knapp verloren.
Den Ettlingern blieb mit starken 6285 Kegeln nur das Nachsehen und schrammten dabei nur sechs Kegel am eigenen Klubrekord vorbei.
Thomas Speck:
„Heute haben wir das Spiel selbst noch aus den Händen gegeben, was uns schon ein wenig ärgert. Ich denke, die Cleverness und die Erfahrenheit der Gäste war heute ausschlaggebend für die Niederlage, sie haben auf den richtigen Moment gewartet, um den Sack zuzumachen. Dies zeichnet eine Spitzenmannschaft eben aus. Wir können aber mit erhobenem Haupt aus diesem Spiel herausgehen. Haben wir doch alles versucht, dem Favoriten ein Bein zu stellen und blieben nur knapp unter dem eigenen Klubrekord. Man sieht, dass man über 6300 Kegel braucht, um die Punkte aus Ettlingen zu entführen - dies werden nicht viele Mannschaften diese Runde können. Insofern sind wir noch entspannt und konzentrieren und auf unsere nächsten Heimspiele, die wir auf demselben Niveau spielen wollen.“
Mike Heckmann:
„Sensationell, wie meine Spieler nach hartem Kampf die Schwäche des Gastgebers auf der letzten Bahn ausnutzen konnten und das Spiel noch umdrehen konnten. Zwischenzeitlich hatten die Ettlinger unsere Spieler so im Griff, dass es nach einem klaren Sieg der Gastgeber aussah, aber die Einstellung und der Kampfgeist meiner Mannschaft haben heute gestimmt und so freuen wir uns über zwei Punkte hier, wissen wir doch, wie schwer auf dieser Anlage gegen heimstarke Ettlinger zu gewinnen ist. Damit liegen wir im Soll und können uns jetzt auf die nächsten Spiele konzentrieren. Wir freuen uns auf das Rückspiel im neuen Jahr gegen faire und tolle Sportkameraden.”
Thomas Speck
Mit neuem Clubrekord von 6325 Kegeln konnte Rot Weiß Sandhausen die SG Ettlingen in einem packenden, hochkarätigem und jederzeit fairem Spiel besiegen.
Zu Beginn der Partie ging RW unverändert an den Start. Die neue Paarung Simon Haas/Dieter Hasenstab legte mit einer sehr guten ersten Bahn los. Simon Haas konnte dem Ansturm der Ettlinger nicht inne halten und verlor auf Bahn 2 etwas den Faden. Dieter Hasenstab dagegen startete mit super starken 569 Kegeln. Für Ettlingen begann in gewohnter Manier Gerd Wolfring mit ebenfalls sehr starken 563. Es zeigte sich da schon, dass es ein Top-Spiel werden wird. Gerd Wolfring legte mit einer 300er Bahn den Grundstein zu seinem Tagesbestwert – sagenhafte 1125. Dieter Hasenstab hielt mit und nach einem fantastischen Schlusslauf von 301 Kegeln blieb dieser Totalisator ebenfalls bei über 1100 stehen. Mit 1117 Kegel stellte er eine neue persönliche Bestleistung. Simon Haas konnte auf der letzten Bahn noch Kegel gut machen und erreichte 1023 Kegel. Jörg Schneidereit erreichte ebenso die 1000er Marke.
Dank eines tollen Beginns von Christian Kunow und Fabian Kirsch konnte sich Rot Weiß etwas absetzen, 529 Kegel und 555 Kegel waren die Halbzeit-Ergebnisse. Nach zwischenzeitlich 100 Guten gab Ettlingen jedoch nicht auf und kämpfte sich weiter ran. 997 und 1059 für Andreas Wolf und Rainer Grüneberg. Fabian Kirsch spielte sich erneut in einen Rausch und erreichte mit 1085 ein für ihn bis dato nicht geglaubtes Highlight. Nachdem Cristian Cunow leider etwas Federn ließ, erzielte er dennoch starke 1017 Kegel.
Anfänglich sehr nervös sah sich Sören Busse dem Ansturm des Ettlingers Thomas Speck nicht gewachsen. Kai Münch dagegen konnte den ebenfalls schwach beginnenden Dieter Ockert in Schach halten. Gut so, denn Ettlingen ließ nicht locker - im Gegenteil. Thomas Speck und Dieter Ockert steigerten sich abermals und plötzlich sahen die Rot Weißen auf einmal einem Rückstand entgegen. Nachdem alle Spieler mittlerweile absolutes Top-Niveau zeigten, betrug der Rückstand für Sandhausen gerade 17 Kegel vor der letzten Bahn. Sören Busse besann sich auf seine Topqualitäten als Schlussspieler und konnte eine schwächere Phase von Thomas Speck eiskalt nutzen. Kai Münch und Dieter Ockert dagegen lieferten sich ein Top-Duell - keiner konnte sich anfänglich absetzen. Dann verschaffte sich Kai Münch nach ein paar Neuner Serien Luft, die Punkte waren in Sandhausen und glückliche Rot Weiß Spieler lagen sich in den Armen.
Mike Heckmann

Dieter Hasenstab 1117 und sieben Kegel am Spieler des Tages vorbeigeschrammt
Photo: RW Sandhausen