Auswärtsrekord reicht Ettlingen nicht – Stephan Petrowitsch stellt 1111 für München
In der ersten Spielwoche gastierte die SG Ettlingen in der bestens präparierten und fallträchtigen Säbener Straße. Ettlingen hatte sich vorgenommen, das letztjährige Ergebnis in München (5833 Kegel) zu übertreffen und vielleicht sogar neuen Auswärtsklubrekord zu spielen. Allen war aber klar: das wird schwer!
Die Gastgeber nahmen von Beginn das Heft in die Hand und dominierten das Spiel fast nach Belieben. Trotz guter Ergebnisse der Gäste setzten sich die Gastgeber im Lauf des Spiels immer weiter ab. Unglaublichen Kegelsport zeigte dabei Stephan Petrowitsch, der sich auf der zweiten Bahn mit 327 Kegeln (140 Abräumen) in einen Rausch spielte, mit insgesamt 603 Kegel wechselte und somit klar auf Kurs “Neuer Bundesligarekord” war. Er nahm sich aber auf den zweiten 100 etwas zurück, so dass der Vorsprung der Münchner nicht mehr so besorgniserregend zunahm, wie zu Beginn des Spiels. Jörg Schneidereit musste am Ende mit genau 1000 Kegeln Mario Cekovic (1063) ziehen lassen, Gerd Wolfring blieb mit 993 Kegeln gegen 1111 Kegel von Stephan Petrowitsch weit zurück. Auch Jörg Grüneberg (1020) hatte gegen Michael Altmann mit 1047 Kegeln das Nachsehen, so dass zur Hälfte ein Minus von 210 Kegeln auf der Anzeige aufleuchtete.
Das Motto lautete für das Schlusstrio „Schadensbegrenzung“, sonst würde die SG in München unter die Räder kommen - das war sicher. Die Gaste konnten aber schnell zu ihrem Spiel finden und sich Stück für Stück an die Gastgeber heranarbeiten. Gegen Ende wurde es noch einmal spannend, aber trotz starken Schlussspurts reichte es am Ende nicht mehr. Thomas Speck, an diesem Tag mit 976 Kegeln sichtlich unzufrieden und weit unter seinen Möglichkeiten, musste Dietmar Gäbelein (1021) ziehen lassen. Dieter Ockert, zur Zeit in Bestform, zeigte mit 1043 Kegeln das beste Ettlinger Ergebnis und hatte gegen Fabian Lange (957) deutlich die Nase vorn. Andreas Wolf, mit 1013 Kegeln gegen Daniel Seidl/Mike Kell (933) auch dominant, holte sich weitere 80 Kegel zurück.
Am Ende siegten die Gastgeber mit 6132:6045, was für Ettlingen zugleich neuen Auswärtsklubrekord bedeutete. Schade, dass das gute Spiel nicht belohnt wurde. Aber ein Stephan Petrowitsch in Bestform rettete München den Sieg über die Ziellinie. Auf dem Papier ging das Spiel deutlicher aus als es tatsächlich war; mit ein wenig mehr Glück für die Gäste bei den Anwürfen wäre die Überraschung durchaus möglich gewesen.
Thomas Speck:
”Heute haben wir ein tolles Spiel mit genialen Ergebnissen und tollen Sportkameraden erlebt. Wir gratulieren vor allem Stephan Petrowitsch zu seinem tollen Ergebnis und seinen sehenswerten ersten 100 Wurf. Das war erst das zweite Mal in meiner langen Keglerkarriere, wo ich über 600 Kegel auf 100 Wurf erleben durfte; auch 327 Kegel auf einer Bahn habe ich selbst noch nie gesehen. Ich glaube, wir haben uns heute in guter Form präsentiert und sind nun auch auswärts in der Bundesliga angekommen. Wir freuen uns auf die kommenden Spiele und wollen in diesem Jahr auch auswärts angreifen.“
Dietmar Gäbelein:
„Wir gratulieren den Gästen zum neuen Auswärtsklubrekord und sind deshalb froh, das Spiel noch gewonnen zu haben, es wurde gegen Ende ja nochmals richtig eng. Grundstein für den heutigen wichtigen Sieg war die Startreihe, die mit 3221 Kegeln ein tolles Ergebnis vorlegen konnte und so ein beruhigendes 210-Kegel-Plus herausarbeitete. Unsere Nachwuchsspieler benötigen noch etwas Zeit, um in der Bundesliga anzukommen, weshalb wir heute am Schluss noch etwas in Bedrängnis gekommen sind. Wichtig ist aber die Spielpraxis für unsere Nachwuchsspieler. Mit Ergebnissen über 6100 dürften wir auch künftig gute Chancen auf einen Sieg haben.”
Thomas Speck