Der Traum wurde wahr: DSKC Eppelheim ist deutscher Meister - Erster Titelgewinn nach 22 Jahren
Nun ist es amtlich. Seit gestern ist Eppelheim endgültig die deutsche Hochburg im Sportkegeln über die klassischen Wurfdistanzen. Mit einem 2822:2733 im nur anfangs spannenden Derby gegen die SG BW/GH Plankstadt holte sich der DSKC Eppelheim den ersten deutschen Meistertitel seit 22 Jahren.
Es war 14.47 Uhr, als gestern der Jubel in der Classic Arena losbrach. Bis zur letzten Kugel der Plankstädterin Nadine Butzbach war es fast still gewesen in der Halle. Dann gab es kein Halten mehr. Der Schlachtruf „We are blue, we are white, we are Eppler Dynamite“, klang durch die Halle. Nach ein paar Tänzchen, Jubelschreien und Umarmungen folgte die Ehrung durch DCU-Vizepräsident Walter Jörder und Bürgermeister Dieter Mörlein.
„Ich bin platt, ich freue mich riesig“, brachte Nicole Müller-Stapf nur hervor. Die DSKC-Vorsitzende war im Schlusstrio auf der Bahn und konnte sich die letzten Würfe kaum noch auf ihr Spiel konzentrieren. Nur zu Beginn konnte Plankstadt durch die starke Steffi Blach mithalten. Sie wurde mit 517 Kegeln Tagesbeste, aber Eppelheim konterte durch Natalie Lacher und Martina Raab (je 502 Kegel). Mit 64 Kegeln Vorsprung ging das Schlusstrio an den Start, Hier konnte bei Plankstadt nur noch Marion Glück mithalten. Die 19 Fehler, die sich der DSKC diesmal leistete, mögen dem besonderen Druck geschuldet sein. Den Spielerinnen war das hinterher völlig egal.
Mit dem DSKC ist die beste und konstanteste Mannschaft deutscher Meister geworden. Und die Perspektive ist glänzend. Viele junge Spielerinnen warten in der zweiten (Meister der 2. Liga) und auch in der dritten Mannschaft (Vizemeister und Aufsteiger aus der Landesliga). Anja Klos wird nach ihrer Babypause wieder angreifen. Es könnte wie bei den Männern eine Eppelheimer Dominanz auf Jahre geben. „Das wird man sehen“, wehrte Nicole Müller-Stapf ab. „Nicht nur Mörfelden, auch Plankstadt wird nächstes Jahr sehr stark sein, aber wir sind sehr stolz, dass wir so viele junge und gute Mädels haben.“
Die Heimstärke war ein großes Faustpfand des neuen Meisters, kein Spiel wurde in der Classic Arena verloren. Und trotz vier Auswärtsniederlagen ist das Team auch auswärts besser und stabiler geworden. Der entscheidende Faktor aber war wohl der unbändige Wille bei allen Spielerinnen, diesen Titel zu holen. Für viele ist es das erste Mal, dass sie deutscher Meister sind. Und das erste Mal ist bekanntlich am schönsten.
Stimmen der Meisterspielerinnen:
Natalie Lacher: „Bei mir herrscht einfach eine riesige Freude. Wir feiern jetzt ohne Ende und übernachten hier in der Halle.“
Sirikit Bühler: „Fantastisch. Ein Traum ist wahr geworden. Ich habe es noch nicht realisiert, aber es ist ein grandioses Gefühl.“
Jutta Jones: Ich freue mich ganz arg. Der Ehrgeiz der jungen Spielerinnen ist beeindruckend.“
Sportwartin Eveline Loy: „Wir haben eine super Vorbereitung gemacht, in der die Mädels gut mitgezogen haben. Wir werden die jungen Spielerinnen weiter aufbauen.“
Jana Wittmann: „Ich war schon um 6 Uhr wach und den ganzen Tag einfach nur aufgeregt. Ich traue dieser Mannschaft für die Zukunft alles zu.“
Martina Raab: Das ist das Größte für mich. Ich mache jetzt Platz für die Jungen und spiele nur noch Landesliga.“
Michael Rappe
Grenzenloser Jubel beim neuen deutschen Meister DSKC Eppelheim. Foto: Kim Herbold