Plankstadter Aufholjagd nicht belohnt: Nach dramatischem Derby 2855:2860 gegen DSKC Eppelheim – Marion Glück erzielt mit 552 Kegeln neuen Ligarekord
Was für ein Derby! Nach einem hochdramatischen Verlauf hat Tabellenführer DSKC Eppelheim mit 2860:2855 bei der SG BW/GH Plankstadt gewonnen und die Halbzeitmeisterschaft errungen. Dieser Sieg dürfte ein Meilenstein auf dem Weg zum Gewinn der deutschen Meisterschaft sein. Für Plankstadt war es die erste Heimniederlage, verbunden mit der Erkenntnis, dass der dritte Platz des Vorjahres nicht zu wiederholen ist. Das Team ist nicht geschlossen genug, Rebecca Rühle, derzeit beruflich nicht abkömmlich, scheint an allen Ecken und Enden zu fehlen. Zumindest eine Spielerin konnte sich bei Plankstadt freuen, denn Marion Glück erzielte mit fantastischen 552 Kegeln einen neuen Liga-Rekord, der bisher von Monika Humbsch (VK Ettlingen) mit 545 Kegeln gehalten wurde. Die von Stefanie Blach vor Jahren erzielten 564 Kegel waren in der 2. Liga. Glück räumte 214 Kegel bei drei Fehlern ab.
Eppelheim legte vor guter Kulisse durch Jutta Jones und Eveline Loy mächtig los. Jones war 36 Kegel besser als Steffi Blach, Loy profitierte von der Auswechslung Nadine Butzbachs gegen Sabrina Bender. Während Butzbach gar nicht zurecht kam, spielte Bender sehr gut. Das Eppelheimer Mittelpaar erhöhte die Führung auf stattlich 138 Kegel. Nicole Müller-Stapf glänzte dabei mit 514 Kegeln und war restlos glücklich. „Ich habe ja die ganze Saison auswärts fast nichts getroffen, daher bin ich sehr froh“, sagte Müller-Stapf. Ihren 289 Kegeln auf Bahn eins ließ sie allerdings nur 225 folgen. Sie holte gegen Jessica Foos 74 Kegel heraus. Martina Raab lieferte sich ein spannendes Duell mit Petra Deininger. Durch das beste Ergebnis in die Vollen (342) war Raab letztlich knapp besser. Eigentlich war es ein beruhigender Vorsprung für Natalie Lacher und Sirikit Bühler. Doch Marion Glück und Sabrina Amtsberg hatten das Spiel noch nicht aufgegeben. Glück zeigte zwei grandiose Bahnen, Amtsberg eine, während die Eppelheimerinnen je eine Bahn mit nur 210 Kegeln „verwachsten“. Immerhin gelang Bühler die Entscheidung, als sie im vorletzten Wurf das stehende Bild abräumte und noch mal in die Vollen kam. So wussten die Eppelheimerinnen vor dem letzten Wurf Sabrina Amtsbergs bei elf Kegeln Vorsprung, dass sie gewonnen hatten. „Wir haben den Sieg erst gar nicht kapiert“, stand Müller-Stapf noch ganz unter dem Eindruck des dramatischen Geschehens.
Michael Rappe