Kelsterbach im Derby deutlich unterlegen - Nauheim liefert beeindruckende Revanche ab
Erneut ersatzgeschwächt und mit einigen angeschlagenen Spielern musste die SG ins letzte Heimspiel gegen RW Nauheim starten. Im Hinspiel standen die Spieler von RW etwas neben sich, so dass Kelsterbach die Punkte entführen konnte. Da beide Teams weder mit Auf- noch Abstiegssorgen belastet waren, stand einmal mehr der Derby-Charakter im Vordergrund. Die Gäste kamen auf den perfekt präparierten Bahnen gut ins Spiel, während bei Kelsterbach vom Fleck weg etwas Sand im Getriebe war. Als dann bereits zum 83. Wurf Dirk Gerstenberger (390 Kegel) verletzungsbedingt gegen Ralf Seib (498 Kegel) ersetzt werden musste, manifestierte sich dieser Eindruck unmißverständlich. Sogar Maximilian Seib (933, 357 ins Abräumen) musste seine Defizite mit einer starken Leistung im Abräumen ausbügeln. Nach einem Drittel der Partie lag Nauheim mit 45 Kegeln knapp in Führung.
In der Mittelpaarung zeigte sich ein uneinheitliches Bild, auf beiden Seiten waren Licht und Schatten dicht beieinander, wie die zwei Seiten einer Medaille. Eine blitzsaubere Vorstellung lieferte Nauheims Andreas Mars (995 Kegel, phänomenale 383 ins Abräumen, alle anderen Akteure offenbarten Schwächen. Beispielsweise Richard Op de Hipt (942) mit bestem Gesamtergebnis in die Vollen, während Frank Hoffmann (904) mit nur einem richtig guten Durchgang auf der letzten Bahn gerade noch so die 900er Marke überspielen konnte. In der Bilanz bedeutete das aus Kelsterbacher Sicht einen weiteren, wenn auch mit 16 Kegeln überschaubaren, Anstieg des Rückstandes.
Im Schlusspaar dominierte nun Nauheim das Geschehen und baute seinen Vorsprung nach und nach in den dreistelligen Bereich aus. Zum einen lief es für Markus Heller (951) erst mit den zweiten Hundert so richtig rund, zum anderen baute der angeschlagene Holger Dama (855) immer weiter ab und gab schließlich vorzeitig verletzungsbedingt auf. Das war nachzuvollziehen, denn das Derby war zu diesem Zeitpunkt ohnehin schon durch das starke Auftreten der Gäste für Kelsterbach uneinholbar und vorzeitig entschieden. So gelang Nauheim, die bereits bei der Begrüßung durch Kapitän Bernd Böhringer angekündigte Revanche, für das verlorene Hinspiel, und Kelsterbach's Verletzungssorgen bereiten den bedauernswerten Sportwarten auch bis zum letzten Spieltag sicherlich einiges Kopfzerbrechen.
Am 21. Spieltag war Kreisderbytime in Kelsterbach. Zwei langjährige Weggefährten trafen in Kelsterbach aufeinander. Da beide Mannschaften neutral in der Tabelle platziert sind und es nur noch eine Entscheidung um die bessere Mittelfeldplatzierung geht, freuten sich die Beteiligten auf ein spannendes Derby.
Hervorzuheben ist, dass Nauheim diesen Sieg allein durch das bessere Spiel im Abräumen erkämpfte (Kelsterbach 1783 mit 40 Fehlwürfen / Nauheim 1970 mit 14 Fehlwürfen). Nauheim sicherte sich vorerst mit diesem Sieg den fünften Tabellenplatz. Am letzten Spieltag wird der SKC Mehlingen in Nauheim vorstellig, der direkte Mitkonkurrent um den fünften Tabellenplatz in der Abschlusstabelle.
Frank Hoffmann/Michael Tinat