Erstens kommt es (fast) anders... - Dell./Zweibrücken unerwartet hartnäckig und Monsheim quält sich zum Sieg
Auf dem Papier war die Begegnung am Wiesengrund eigentlich eine klare Sache. Dass aber in der Bundesliga auch ein auf Papier schwächerer Gegner auf den holzträchtigen Bahnen in Großkarlbach gute Leistungen bringen kann... die Planung hatte niemand auf dem Papier. So kam, womit vorher niemand gerechnet hätte: dass die Spielentscheidung erst in den letzten 50 Wurf fallen wird.
Im Monsheimer Starterpaar standen diesmal Christian Schenk (956) und Frank Breyvogel (943). Beide gesundheitlich etwas angeschlagen machten zwar ihre Sache ganz gut, mussten allerdings gegen die überraschend starken Dellfelder Jörg Dietz (975) und Bernd Rohr (972) 48 Kegel abgeben. Noch war trotzdem nichts verloren, da mit Kapitän Jonas Hudel und Daniel Krüger zwei starke Spieler das Spiel in die richtige Richtung lenken sollten. Daniel Krüger machte mit seinen guten 963 erwartungsgemäß Boden gut, aber durch den Totaleinbruch von Kapitän Jonas Hudel (856), der zu keiner Zeit in sein Spiel fand, konnten sich die Pfälzer Roland Ziliox (907) und Harald Mau (929) weiter absetzen. Dies bedeutete nach zwei Paarungen 65 Kegel in Rückstand. Damit hatte im Vorfeld wahrlich niemand gerechnet.
Aber die Hoffnung bestand weiterhin, dass die Schlussachse das Spiel drehen kann. Dies sah auch kurzzeitig in die Vollen noch so aus, wobei die Betonung auf „kurzzeitig“ lag, denn auch jetzt überraschte der Gegner den Gastgeber im Abräumen. Gerd Böss startete mit 237 und Daniel Dietrich mit 238, ihre Widersacher Horst Köckritz und Carsten Dietz konterten mit 247 und 239. Was die Monsheims Anhänger aber dann erlebten, kommt in der Bundesliga nicht sehr oft vor. Mit 76 Miesen im Rücken warfen Gerd Böss und Daniel Dietrich alles in die Waagschale, um die Wende herbeizuführen. Und obwohl Carsten Dietz weiter stark agierte, brach sein Partner Horst Köckritz ohne groß unter Druck zu stehen völlig ein. Mit zwei indiskutablen Durchgängen von 185 und 204 brachte er allein die Hausherren wieder auf Schlagdistanz - so eine Einladung ließen sich die Monsheimer nicht entgehen. Hoch motiviert drehten sie mit den letzten 100 Wurf das Spiel zu ihren Gunsten. Daniel Dietrich präsentierte starke 242 und 248 und kam auf 943 Kegel; allein er konnte in der zweiten Hälfte gegen Carsten Dietz (236/216) mit insgesamt 934 einige Kegel ausgleichen. Horst Köckritz, der im letzten Durchgang ausgewechselt wurde, brachte es in der zweiten Hälfte des Schlussdurchgangs auf 204 und der eingewechselte Hans-Jürgen Weber ergänzte 210 auf gesamt sehr schwache 846 Kegel. Routinier Gerd Böss drehte nun mächtig auf und spielte mit ausgezeichneten 249 und 266 seine beiden Kontrahenten regelrecht an die Wand. Sein Tagesbestergebnis von 983 Kegeln gab letztendlich den Ausschlag für den fast nicht mehr für möglich gehaltenen Sieg.
Mit 5644:5563 bekleckerten sich die Monsheimer zwar nicht mit Ruhm, aber an so einem gebrauchten Tag bleiben am Ende wenigstens die beiden wichtigen Punkte im Kampf um Platz drei.
Im Heimspiel nächste Woche gegen die drittplatzierten Hessen aus Darmstadt soll mit Sicherheit eine ganz andere Monsheimer Mannschaft auftreten, bei der auch die anwesenden Fans wieder voll auf ihre Kosten kommen sollen.
Andreas Schork
Tagesbestleistung: Gerd Böss 983 Kegel
(Bild: SKC Monsheim)