PSV verliert Tabellenspitze - KSC Frammersbach mit knappem Auswärtssieg
Nach einer ganz schwachen Leistung verliert der PSV das Spitzenspiel gegen den KSC. In der bestens gefüllten Frankenhalle konnte das Heimteam nicht ansatzweise die eigenen Stärken auf die Bahnen bringen und verliert erstmals in dieser Saison die Tabellenspitze.
In dieser Partie waren vor allem die Zuschauer eines Spitzenspiels würdig. Die Frankenhalle war zeitweise bis auf den letzten Platz gefüllt und bot dem Topduell einen exzellenten Rahmen. Beide Seiten unterstützten ihre Teams vom ersten bis zum letzten Wurf lautstark und stärkten damit ihren Akteuren den Rücken. Allerdings schien das Heimteam dadurch eher gehemmt. Schon im Start enttäuschte Bastian Bieberbach (851) auf ganzer Linie. „Am liebsten wäre ich im Erdboden versunken“, bestätigte dies Neustadts Startmann. Nach ordentlichem Beginn musste er Christian Pfister (872) vor allem auf der zweiten Distanz davon ziehen lassen. Wichtige Kegel gingen verloren. Immerhin zeigte Kapitän Jürgen Bieberbach eine tolle Leistung und hielt mit bärenstarken 951 seine Farben gegen den ebenfalls hervorragend aufspielenden Felix Imhof (946) im Spiel.
In der Mittelachse boten beide Seiten ihre Youngsters auf - mit dem besseren Ende für die Gäste. Tobias Bieberbach (861) konnte nicht an die bisher so guten Heimleistungen anknüpfen. Auch Julian Bajus (849) erwischte nicht seinen besten Tag. Kevin Laubach (886) und Christoph Welsch (912) genügten nun durchschnittliche Ergebnisse, um den Vorsprung der Unterfranken auf 108 Kegel auszubauen.
"Zwei Mal über 950 sind nun gefordert", hoffte Jürgen Bieberbach trotz des hohen Rückstands. Am Ende sollte er fast Recht behalten. Ein bestens aufgelegter Michael Lohrer erzielte mit 959 die Tagesbestleistung und machte damit gegen Rene Appel (906) einen Teil des Rückstandes gut. Aber Geburtstagskind, Michael Moosburger, war auf den ersten Hundert Wurf nicht so auf der Höhe, um die Aufholjagd zu forcieren. Sein hervorragender Endspurt kam leider zu spät, so dass er mit 913 gegen Ronald Kirsch (886) zwar die Nase vorne hatte, aber eben nicht entscheidend. "Drei Leute blieben heute hinter den Erwartungen und somit hatte es kaum etwas mit Spitzensport von unserer Seite zu tun", konnte auch Betreuer Ulrich Bieberbach in seiner Analyse kaum positives dem Auftritt seiner Truppe abgewinnen. Erstmals verliert der PSV Franken damit die Tabellenspitze und muss im Saisonendspurt nun auf einen Ausrutscher der Frammersbacher warten und selbst die beiden ausstehenden Partien gewinnen.
Den Frammersbachern gelang die Überraschung dieses Spieltages! Konnte der KSC mit der Startachse Christian Pfister (876) und Felix Imhof (946) einen vorerst hauchdünnen Vorteil von 20 Kegeln herausholen, legte die Mittelachse Christoph Welsch (912) und Kevin Laubach (886) eine richtungsweisende Schippe drauf. Auch wenn die Neustädter in der Schlussphase das Gäste-Polster von zwischenzeitlich 108 Kegeln erfolgreich reduzierten, verteidigten René Appel (906) und Ronald Kirsch (886) einen verbliebenen Vorsprung von 28 Kegeln für den so wichtigen Auswärtssieg. Damit erfüllten sich die Frammersbacher einen Herzenswunsch, den bisher unangefochtenen Tabellenführer Franken Neustadt auf Platz zwei zu verweisen.
Stimmen zum Spiel:
Jürgen Bieberbach (Spielführer PSV Franken Neustadt): "Frammersbach siegte verdient, denn das war maßlos enttäuschend von uns. Die Gäste spielten erwartet ausgeglichen und das reichte um zu keiner Zeit in Gefahr zu geraten. Mit solchen Leistungen braucht man nicht von Erstligasport zu träumen".
Christian Pfister (Spielführer KSC Frammersbach): "Wir haben Neustadt auf dem falschen Fuß erwischt und heute das nötige Quäntchen Glück gehabt, dass uns sonst so oft in entscheidenden Spielen gefehlt hatte.
Rene Appel (Mannschaftskapitän Frammersbach): "Es war ein unglaubliches Spiel. Obwohl die Bahnen gut liefen, haben wir nicht die riesengroßen Ergebnisse gespielt. Aber auch Neustadt hat heute sein Leistungspotential nicht abgerufen. Einzig auf die letzen zehn Wurf sind sie noch etwas herangekommen. Das war auf beiden Seiten reine Kopfsache. Wir hatten heute einfach das Glück, dass Neustadt auch nicht so gut war".
Bastian Bieberbach/Astrid Herger