Ist der Negativtrend für Franken Neustadt beendet? - Ohrdruf hat sich lange gewehrt
Endlich kann der PSV Franken Neustadt den ersten Sieg im Kalenderjahr 2015 bejubeln. Im Heimspiel gegen den Ohrdrufer KSV war es bis zur Mitte des Spiels spannend, ehe dann Tobias Bieberbach dem Spiel seinen Stempel aufdrückte. Mit überragende 975 führte der Youngster seine Farben zum letztendlich souveränen 5602:5314 Erfolg.
Lange musste der Anhang des PSV warten, aber am Samstagabend um kurz vor 18.00 Uhr hörte man bei einigen Spielern, Verantwortlichen und Fans endlich den berüchtigten Stein vom Herzen fallen. Der knapp fünfstündige Weg dahin war aber erneut beschwerlich. Bastian Bieberbach merkte man fehlendes Training vor allem im Räumen an. Mit 873 musste er Stefan Trutschel (933) deutlich ziehen lassen. Auch im anderen Kreuz hielt der Ohrdrufer Andreas Willing (927) über weite Strecken mit und erst zum Ende setzte sich Jürgen Bieberbach noch etwas ab. Neustadts Kapitän erzielte mit 944 eine gute Zahl und hielt den Rückstand in Grenzen. Im Mittelpaar steigerte sich die Stimmung und, angetrieben von den lautstarken Fans, lieferten die beiden Youngsters eine Topleistung ab. Nach der zweiten Serie stand bereits ein „Ein Holz“ Plus am Totalisator für die Heimmannschaft und Julian Bajus rechtfertigte seine Aufstellung vollkommen. Der Ersatzmann für Hans Dippold räumte überragende 343 und ließ mit 909 seinen Kontrahenten Tino Morgenstern (867) keine Chance. Das Duell nebenan war dann Schauplatz eines bestens aufgelegten Tobias Bieberbach. Der 24jährige war bei 100 Wurf schon gut im Rennen und bot nach der Hälfte Kegelsport vom Allerfeinsten. Auf der dritten Serie verzückte Tobias Bieberbach das Publikum und diese dankten es mit begeisternder Unterstützung. So erklang es mehrfach in der Frankenhalle: „Tobi, Tobi noch mal alle“ - sensationelle 276 (168/108) sorgten für die Vorentscheidung. Sein Gegner, Jörg Arcularius (872) konnte da nicht mitziehen und der Neustadter Matchwinner durfte sich über ausgezeichnete 975 freuen. Ein beruhigendes Polster spielte das PSV-Schlussduo sicher ins Ziel und baute gegen Uwe Leyhe (841) und Detlef Strauch (874) den Vorsprung kontinuierlich aus. Mit vier ausgeglichenen Serien kam Michael Lohrer bei guten 942 an und sein Partner Michael Moosburger übertrumpfte dies mit starken 959 gar noch, wobei vor allem der Zwischenspurt auf der dritten Bahn mit 263 hervorzuheben ist. „Natürlich sind wir alle erleichtert und heute haben neben der spielerischen Linie auch die Willensstärke und Leidenschaft zum Erfolg geführt“, freute sich Vorstand Michael Steller, der während des Spiels hinter der Scheibe mit viel Engagement seinen Anteil am Sieg trug und bestens verkörperte, dass Kegeln ein Mannschaftssport ist.
Die angesprochenen Tugenden sind elementar für die kommenden Wochen der Wahrheit. Am Mittwochabend bereits beginnt es mit dem restlichen Nachholspiel in Gebesee und dort muss der 123-Kegel-Rückstand bei noch einer ausstehenden Bahn und demnach folgenden Schlusspaar in einen Sieg umgemünzt werden. Der große Showdown ist dann am Wochenende das Pokalviertelfinale zuhause in der Frankenhalle. Neben den Zweitligisten Mühlhausen und Rodalben dürfen sich Kegelfans vor allem auf das Gastspiel von Erstligaspitzenreiter VKC Eppelheim freuen. Aber auch danach folgen für die Franken in Bad Langensalza und daheim gegen Frammersbach ganz entscheidende Partien. Es ist also angerichtet für die Wochen der Entscheidung.
Bastian Bieberbach
Julian Bajus und Tobias Bieberbach
(Bild: PSV Franken Neustadt)
