Die beste Leistung seit langem – Trotz erheblicher Steigerung kassiert Plankstadt neunte Niederlage in Folge
Unterm Strich stand die neunte Niederlage in Folge, doch dieser Spielverlust mit 5962:5997 gegen Olympia Mörfelden macht Frei Holz Plankstadt im Bundesliga-Abstiegskampf neuen Mut. Es war die beste Vorstellung seit Wochen, zudem Heimbestleistung für diese Saison. Dass es am Ende trotz einer spielerisch und kämpferisch überzeugenden Darbietung wieder nicht reichte, lag am fehlenden Glück und an der Cleverness der erfahreneren Mörfelder. Das rettende Ufer (Platz acht) ist nach den Siegen von München und GH/GW Sandhausen außer Reichweite, doch Relegationsplatz neun ist noch machbar.
Mannschaftskapitän Andreas Tippl hatte das Team mit einer kurzen Ansprache vor dem Spiel gut eingestellt. Voll konzentriert und mit leidenschaftlichem Kampf führten Marco Mergenthaler, Christian Schneider und Andreas Habicht vor ihrer Schlussbahn mit 38 Kegeln. Dann brachen sie etwas ein, und das nutzte Mörfelden aus und ging mit 27 Kegeln in Führung. Beide Schlusstrios boten den Zuschauern Kegelsport auf höchstem Niveau. Fünf Tausender wurden erzielt, Jörg Schneider blieb mit 993 nur knapp darunter. „Es war ein Fest für die Zuschauer“, sagte Erhard Stritzke. Thomas Hörner, Andreas Tippl und Jörg Schneider verringerten den Rückstand auf der ersten Bahn auf zehn Kegel und ließen die Hoffnungen auf einen Erfolg aufleben. Doch die Euphorie erhielt gleich wieder einen Dämpfer, denn auf der nächsten Bahn zogen die Gäste dank der starken Holger Liebold und Stefan Beck auf 47 Kegel davon. Diesen Vorsprung verwalteten sie gemeinsam mit ihrem besten Akteur, Sven Völkl (1037), und siegten durch die bessere Abräumleistung. In die Vollen war Plankstadt leicht besser.
Die Mörfelder hatten zuvor schon eine enge Partie erwartet. Der dann folgende Krimi bestätigte ihre Einschätzung. Robert Nägel überzeugte im Starttrio besonders auf die zweiten 100 Wurf. Christoph Zöller hatte Probleme beim Spiel in die Vollen, Heiko Held räumte nicht wie gewohnt ab. Im Schlusstrio hatte Sven Völkl einen großen Auftritt und wurde mit 1037 Kegeln bester Mörfelder. Mit diesem Sieg beseitigten die Hessen jegliche Sorge, dass es in Richtung hintere Plätze noch mal eng werden könnte.
Stimmen zum Spiel:
Reinhold Berger (FH-Ehrenmitglied): "Ein tolles Spiel von beiden Mannschaften. Ich habe immer gewusst, sie können es nicht verlernt haben. Schade, wir hätten den Sieg verdient gehabt."
Thomas Hörner (FH): „Meine letzte Bahn war nicht optimal, ich hab leider ein paar Mal zu oft Kegel zwei und sieben rausgeschossen, das kostete uns den Sieg.“
Jürgen Fleischer (Olympia): "Das war verdammt eng! Wir wurden voll gefordert, musste alles geben. Diese Leistung habe ich Plankstadt im Vorfeld so nicht zugetraut. Respekt! Man hat gesehen, dass sie besser sind, als die Tabelle zeigt. So müssen sie weitermachen.“
Michael Rappe/Pascal Jestädt