Olympia sichert sich Bronze - Bahnfrei mit denkwürdigem vierten Platz
Verletzungspech und Formschwächen erlebten die Olympianer in der Saison 2014/15 immer wieder und trotzdem schafften sie den erhofften dritten Platz. Der Sieg gegen den direkten Konkurrent BF Damm Aschaffenburg (6134:6019) und die gleichzeitige Niederlage des KV Wolfsburg bei Meister Eppelheim sorgten also doch noch für einen guten Saisonabschluss. Leider verlor Mörfelden mit Heinrich Herzberger, der nach einer Krankheit am Samstag verstarb, ein geliebtes Mitglied.
Für Olympia begannen Sven Völkl, Robert Nägel und Heiko Held. Sie hatten es mit Horst Schlett, Hermann Heider und Patrick Lebert zu tun. Völkl hatte anfangs Schwierigkeiten in sein Spiel zu finden und musste Schlett erstmal ziehen lassen. Doch dann spielte er eine sehr starke Schlussbahn ab, welche ihn noch auf 1013 Kegel brachte, womit er sein Duell sogar noch für sich entschied. Schlett spielte 991 Kegel. Nägel absolvierte eine solide Partie mit vier ausgeglichenen Bahnen. 989 Kegel reichten aber nicht gegen Heider (1023). Da aber Heiko Held einen Sahnetag erwischte (Tagesbester mit 1068) und dem jungen Lebert (986) keine Chance ließ, konnten die Olympianer mit 70 Kegeln in Führung gehen.
Jürgen Fleischer, Holger Liebold und Stefan Beck versuchten nun, das Spiel nach Hause zu bringen. Keine leichte Aufgabe gegen Sven Fornoff, Emmerich Blahut und Udo Frey. Fleischer und Fornoff duellierten sich auf Augenhöhe, doch der Gästespieler setzte sich zum Ende hin mit 1008:992 durch. Dafür entschied Liebold sein Duell souverän für sich. Der Kapitän der Olympianer zeigte mit 1022 eine ordentliche Vorstellung, Blahut erzielte 980 Kegel. Auf hohem Niveau verlief das Duell Beck gegen Frey. Der Hausherr zeigte nochmal sein ganzes Können und erspielte sich tolle 1050, Frey musste sich trotz starker 1031 Kegel geschlagen geben.
Edelmetall oder nicht – das war die Frage in der letzten Partie von Bahnfrei Damm im benachbarten Mörfelden. Und obwohl Horst Schlett (991 Kegel) und Youngster Patrick Lebert (986) dem Olympianer Starttrio durchaus stand hielten, musste Aschaffenburg einen Rückstand von 70 Kegeln hinnehmen. Auch in der Schlussphase stemmten sich Seven Fornoff (1008), Emmerich Blahut (980) und Udo Frey (1031) mit allen Kräften gegen die bärenstarken Hausherren. Diese zeigten sich aber einen Tick kaltschnäuziger. Gegen 3064 Zähler der Mörfelder war es nicht möglich, die Partie noch zu drehen, so dass am Ende 115 Kegel Rückstand zu Buche standen. Nichtsdestotrotz verabschieden sich die Bahnfreien mit einem denkwürdigen vierten Platz aus dieser Saison – die beste Platzierung in 35 Jahren Bundesligageschichte für die Aschaffenburger Vorstädter.
Stimmen zum Spiel:
Sven Fornoff (Mannschaftskapitän Bahnfrei Damm): „Dafür, dass wir am Anfang eher gegen den Abstieg gespielt hatten, haben wir eine super Runde gespielt. Es ist zwar schade, dass es am Ende mit dem dritten Platz nicht geklappt hat. Wir haben zwar dran geschnuppert, es am Ende aber nicht geschafft. Wenn wir schon so nah dran sind, dann wollten wir es auch. Die letzten zwei Spiele waren allerdings auch Knaller - gegen den Deutschen Meister und in Mörfelden. In solchen Partien hängen die Trauben schon sehr hoch. Ich fand, wir waren heute richtig stark. Wir haben Mörfelden bis 100 Schub vor Schluss richtig Paroli geboten.“
Norbert Wilz (Vorsitzender Bahnfrei Damm): „Ich bin heute sehr zufrieden, weil wir die Runde, so wie sie gelaufen ist, nicht erwartet hätten. Wir haben sehr gute Ergebnisse gespielt und Auswärtsspiele gewonnen, mit denen wir nicht gerechnet haben. Wir haben die Sache vielleicht von Anfang an nicht so ernst genommen, wie wir sie hätten nehmen sollen. Ich bin wirklich überrascht, dass wir den vierten Platz erreicht haben.“
Pascal Jestädt/Astrid Herger
Aschaffenburg schafft überraschenden vierten Platz. Foto: Astrid Herger