Deutscher Meister mit glänzender Vorstellung - Aschaffenburg am Ende doch knapp verloren
Eine große Aufgabe stand für die als heimstark bekannten Aschaffenburger auf dem Programm, als der alte und neue deutsche Meister VKC Eppelheim sein Gastspiel gab. Durch eine bärenstarke Startachse hatten die Gäste mit 77 Kegeln fürs Erste das Nachsehen. Im zweiten Drittel hielten die Gastgeber mit einem brillanten Horst Schlett (1060) ebenfalls weitestgehend den Eppelheimer Angriffen stand, so dass für die Schlussachse noch 18 Gute auf dem Totalisator standen. Ein überschaubarer Vorteil für die Aschaffenburger, der ein spannendes Finish versprechen sollte. In einem Fight um jeden Kegel konterte Udo Frey zwar mit fabelhaften 1039 Kegeln, aber Eppelheim zeigte die Qualitäten eines Meisters. Mit nochmals 1006 von Jan Jacobsen und 1039 durch Marlo Bühler waren die Gäste einen Tick abgebrühter und verbuchten schlussendlich die entscheidenden 50 Kegel auf ihrer Guthabenseite. Mit vier Tausendern für jede Mannschaft aber eine Partie, bei der auch kein Zuschauer zu kurz kam.
Der VKC Eppelheim war auch von seinem Angstgegner BF Damm Aschaffenburg nicht zu stoppen und könnte – einen Sieg am letzten Spieltag gegen Wolfsburg vorausgesetzt – die Rückrunde ungeschlagen beenden. Beim 6041:5991 lagen die Eppelheimer lange Zeit zurück, rissen das Spiel aber noch aus dem Feuer. Im Startpaar kam Patrik Heizmann zu seinem ersten Einsatz in dieser Saison, vermochte aber überhaupt nicht zu überzeugen. Mit nur 895 Kegeln fuhr er 110 Zähler Rückstand ein. Heizmann war völlig enttäuscht. „Wären es doch zwölf oder mehr Fehler, dann wüsste ich, warum ich nichts getroffen habe.“ Jürgen Cartharius bot auf den ersten beiden Bahnen eine Weltklasseleistung (je 279 Kegel) und schaffte bei null Fehlern 404 im Abräumen. Im Mittelpaar trumpfte ausgerechnet Daniel Aubelj, der bisher in Aschaffenburg selten zurecht gekommen war, groß auf. Mit 410 ins Abräumen kam er auf großartige 1073 Kegel und wurde Tagesbester. Der überragende Horst Schlett (1060) hielt für Aschaffenburg noch 18 Kegel Vorsprung. Jan Jacobsen und Marlo Bühler ließen zwei weitere Tausender folgen, aber Jacobsen zog sich eine Rückenverletzung zu, wodurch das Spiel auf des Messers Schneide stand. Doch Marlo Bühler sorgte für die Entscheidung, indem er Sven Fornoff 101 Kegel abnahm.
Stimmen zum Spiel:
Sven Fornoff (Mannschaftskapitän BF Damm): „Eppelheim war heute klar besser und hat verdient gewonnen. Bis zum letzten Durchgang war alles drin, aber der Druck war für uns ziemlich hoch, so dass keiner so recht befreit aufspielen konnte. Der VKC war einfach ein Quäntchen effektiver und kaltschnäuziger; in den richtigen Momenten haben sie die entscheidenden Gassen und Neuner gespielt. Trotz allem war das Spiel völlig fair und spannend.“
Michael Rappe/Astrid Herger
Hochkonzentriert: Patrick Lebert. Foto: Astrid Herger