Pressebericht

1. Bundesliga Männer: VKC Eppelheim 1 - TuS Gerolsheim 1 (6199:5790)




VKC Eppelheim ist deutscher Meister - Jubel, Trubel, Heiterkeit in der Classic Arena

Eppelheimer Nächte sind lang. Erst fangen sie ganz langsam an, aber dann… Der Jubel der Meisterspieler des VKC Eppelheim fiel zunächst recht verhalten aus. Zu deutlich war der 6199:5790-Erfolg gegen Abstiegskandidat TuS Gerolsheim, mit dem der Vollkugelclub die letzten Zweifel am deutschen Meistertitel beiseite wischte. Doch ein paar Minuten später, als die Meister-T-Shirts 2015 übergestreift waren, da brach der Jubel dann doch los. „Deutscher Meister ist nur der VKC“, sangen die Eppelheimer, aus den Boxen dröhnte das unvermeidliche „We are the champions“. Der Gegner aus der Pfalz gratulierte mit einem guten Tropfen, die Spielerfrauen überreichten Medaillen und einen Löwen als Maskottchen.

Der Löwe ist sinnbildlich für den Kampfgeist dieser Mannschaft, für die Fähigkeit, verloren geglaubte Spiele noch aus dem Feuer zu reißen. Konstanz, Nervenstärke und keglerische Klasse – das sind die Attribute des alten und neuen deutschen 200-Wurf-Meisters. „Momentan sind wir mit Sicherheit die beste Klubmannschaft der Welt“, sagte Trainer Heiner Seeger. Er sprach dies mit einer Überzeugung aus, die beeindrucken, vielleicht auch verwundern mag. Ja, er verstieg sich sogar zu der Behauptung, die jetzige VKC-Mannschaft sei die Beste, die je auf den Bahnen war.

Fakt ist, dass die Mannschaft seit zwei Jahren auf absolutem Topniveau spielt. Auch Rot-Weiß Sandhausen ist ganz stark besetzt, aber im Unterschied zum VKC noch nicht so beständig und nervenstark. „Das Erfolgsgeheimnis ist das Abräumen“, sagte Seeger. Im Durchschnitt räumen die Eppelheimer fast 100 Kegel mehr ab als der Gegner. Und sie machen ganz wenige Fehler. In Sandhausen beispielsweise produzierten sechs Spieler einen einzigen Fehler. „Das hat es im Kegelsport vielleicht noch nie gegeben“, so Seeger. Vor allem für eine so junge Mannschaft ist diese Abgeklärtheit ungewöhnlich. Die Spieler des VKC verstehen sich blendend, jeder kann sich auf den anderen verlassen. Wenn einer schwächelt, dann ist der andere gut. „Es ist die Ausgeglichenheit des Kaders, der uns stark macht“, sagte Spieler und Sportwart Jan Jacobsen, „das eigene Ergebnis ist egal, die Mannschaft zählt.“

Angesichts der Jugend dieses Teams muss der Konkurrenz angst und bange werden. Gibt es eine Dominanz auf Jahre? Das Team soll laut Heiner Seeger zusammen bleiben, vielleicht sogar noch gestärkt werden. In der zweiten Mannschaft und in der Jugend scharrt der Nachwuchs bereits mit den Hufen. Natürlich ist das auch Druck, wie der kommissarische erste Vorsitzende Patrik Heizmann verdeutlichte. „Uns nächstes Jahr noch als Außenseiter verkaufen, das wird schwer“, sagte er. Der Vollkugelclub wird sich damit abfinden müssen, spätestens ab jetzt der Gejagte zu sein. Sandhausen wird nicht nachlassen, Mörfelden vielleicht auch wieder stärker sein als in dieser Saison. Der Erfolgshunger ist aber bei weitem noch nicht gestillt. „Ich will immer wieder deutscher Meister werden“, sagte Marlo Bühler, mit einem Auswärtsschnitt von 1047 Kegeln der Beste in der Bundesliga. Knapp vor dem Sandhäuser René Zesewitz mit 1038 Kegeln. Anfang Mai soll das Double gelingen, wenn in Ludwigshafen das Pokalfinalturnier ansteht.

Gefeiert wurde jetzt schon mal bis in die Morgenstunden, nach dem letzten Spieltag gegen Wolfsburg, wenn die offizielle Ehrung durch die Deutsche Classic-Kegler-Union (DCU) erfolgt, ein weiteres Mal. Eppelheimer Feiertage eben.

Ein kurzen Film vom Spiel gegen Gerolsheim mit Interviews gibt es im Videoportal der Schwetzinger Zeitung zu sehen:

http://www.morgenweb.de/videocenter?bcpid=62612439001&bclid=72343836001&bctid=4086873357001&refer=rightboxb

Michael Rappe


Ergebnisse VKC Eppelheim 1:
Jürgen Cartharius 1052, Christian Brunner 1069, Daniel Aubelj 1009, Marlo Bühler 985,
Tobias Lacher 1039, Jan Jacobsen 1045

Ergebnisse TuS Gerolsheim 1:
André Maul 1000, Uwe Köhler 981, Roland Walther 990, Jürgen Staab 917,
Christian Mattern 948, Dieter Staab 954

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