Pressebericht

1. Bundesliga Männer: RW Sandhausen 1 - VKC Eppelheim 1 (5934:5987)




Das Topspiel

Der Vollkugelclub bleibt die Nummer eins – Nach 5977:5934-Erfolg bei Rot-Weiß Sandhausen steht erneute deutsche Meisterschaft so gut wie fest

„Wir sind glücklich und zufrieden!“ Tobias Lachers Freude fiel ebenso verhalten aus wie beim Rest der Mannschaft des VKC Eppelheim, die mit einem 5977:5934-Erfolg bei Rot-Weiß Sandhausen den letzten entscheidenden Schritt gemacht hat. Der deutsche 200-Wurf-Meister 2015 wird erneut Vollkugelclub Eppelheim heißen. Denn dass der Tabellenführer in vier Spielen sechs Punkte Vorsprung verspeilt, das ist praktisch ausgeschlossen, zumal der direkte Vergleich mit Sandhausen bei Punktgleichheit gewonnen wäre. Mit einem Sieg am kommenden Freitag gegen den Abstiegskandidaten TuS Gerolsheim – auch ein im Kegelsport seltenes Unentschieden würde schon reichen – wären die letzten Zweifel beseitigt und dann könnten die Eppelheimer ihrer Freude auch freien Lauf lassen. „Heute zu feiern wäre Sandhausen gegenüber unfair“, zeigte sich Lacher ganz als Sportsmann.

Es war ein rundum perfekter Tag für den VKC. Wie beim erfolgreichen „Endspiel“ vor einem Jahr an gleicher Stelle begann alles mit einem Frühstück bei Sportwart Jan Jacobsen. Das sollte Glück bringen, und das tat es auch. Die Eppelheimer legten mit Daniel Aubelj und Tobias Lacher los wie die Feuerwehr. Aubelj räumte auf seiner zweiten Bahn (insgesamt 293) sagenhafte 135 Kegel ab, zusammen kamen die beiden nach 100 Wurf auf unglaubliche 427 Kegel im Abräumen. Bei Aubelj lief es zwar in die Vollen nicht so gut, aber mit 404 Kegeln im Räumen war er an diesem Tage unerreicht. Lacher  räumte ebenfalls gute 379 ab, war aber deutlich besser in die Vollen und wurde mit 1032 Kegeln Tagesbester. Beide blieben fehlerlos, wie überhaupt die Gesamtfehlerzahl des VKC  mit nur einem Fehlwurf durch Christian Brunner äußerst bemerkenswert ist.

Mit 64 Kegeln Vorsprung ging das Mittelpaar auf die Bahnen. Hier musste sich Brunner dem besten Sandhäuser, Simon Haas, erwehren. Haas räumte fehlerfrei ab (383) und hatte mit 1021 Kegeln knapp die Nase vorn. Nicht so gut lief es bei Jürgen Cartharius. „Ich habe 100 Wurf lang schlecht gekegelt“, gab er zu. Gegen Dieter Hasenstab verlor er 38 Zähler. Dadurch waren die Sandhäuser wieder auf neun Kegel heran, alles war offen. Bis zur dritten Bahn des Schlusspaares. Dort schwächelte der für Sören Busse ins Rot-Weiß-Team gerückte Christian Cunow und wurde gegen Busse ausgewechselt. Marlo Bühler und Jan Jacobsen nutzten das für die Entscheidung. „40 Kegel Vorsprung vor der letzten Bahn, da wusste ich, dass es reicht“, meinte Tobias Lacher. Mit 43 Kegeln zu gewinnen, sei letztlich auch ein bisschen glücklich, gab er zu. „Wir hatten in dieser Saison das Glück, die knappen Spiele zu gewinnen“, nannte er einen Grund für den (Fast)-Titelgewinn. Weitere sind die große Heimstärke, die Konstanz und das Selbstbewusstsein der jungen und gefestigten Mannschaft. Und dann sind da noch die Fans, die die Partie in der Hardtwaldhalle praktisch zu einem Heimspiel machten.

Gegen Gerolsheim soll nun richtig gefeiert werden. Und das nächste Ziel ist das Double Anfang Mai, wenn es zum Pokalfinalturnier nach Ludwigshafen geht. „Nach zwei Mal Platz zwei will ich jetzt den Pokal haben“, meinte Jürgen Cartharius.

Die Enttäuschung bei den Sandhäusern hielt sich in Grenzen. Schließlich reichen 5900 Kegel auf ihren Bahnen normalerweise zum Sieg, aber Eppelheim erzielte eben fast 200 Kegel mehr als jedes andere Auswärtsteam. „Wir sind keinen Deut schlechter als Eppelheim, nächstes Jahr greifen wir wieder an“, sagte Betreuer Ralf Herbold. Und Vorsitzender Mike Heckmann meinte: „Uns fehlt es an Sicherheit, die Eppelheimer glauben immer an den Sieg“.

Michael Rappe

(Videoclip von Kim Herbold)


Ergebnisse RW Sandhausen 1:
Fabian Kirsch 978, Kai Münch 993, Simon Haas 1021, Dieter Hasenstab 994,
Christian Cunow 689, Rene Zesewitz 1004, Sören Busse 255

Ergebnisse VKC Eppelheim 1:
Daniel Aubelj 1003, Tobias Lacher 1032, Christian Brunner 1004, Jürgen Cartharius 966,
Marlo Bühler 1019, Jan Jacobsen 963

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