Ungefährdeter Sieg gegen Rot Weiß Sandhausen - Carsten Strobach erstmals über 1100
Der KV Wolfsburg schickte den amtierenden Vizemeister mit 6302:5958 nach Hause. Vor dem Spiel lag Spannung in der Luft. Wo doch die Gäste einen Sieg brauchten, um sich die Chancen auf den Meistertitel zu bewahren und der KVW auf den achten Heimsieg in Folge hoffte.
Für den KVW sollten Manuel Wassersleben (992 Kegel) und Mathias Hähnel (1047) schon von Beginn an Druck auf die Gegner ausüben. Doch auf der ersten Bahn gab es technische Probleme, und das Spiel musste für 30 Minuten unterbrochen werden. Danach zeigte sich Wassersleben in seinem Spiel zeitweise ungewöhnlich unkonzentriert, verspielte dadurch ein besseres Ergebnis und musste sich seinem Gegner Fabian Kirsch (998) knapp geschlagen geben. Hähnel (gesundheitlich angeschlagen) ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Er spulte sein Können ab und zeigte nur auf zwei Räumerbahnen leichte Schwächen. Er hatte aber kein Problem gegen das Duo aus Simon Haas und Christian Cunow (946). Damit gingen die Wolfsburger nach dem ersten Block mit 95 Kegeln in Führung.
Nun lag es an Carsten Strobach (1105) und Jens-Uwe Weiß (1031), den Vorsprung weiter auszubauen. Weiß wirkte über das gesamte Spiel hoch motiviert. Er ließ sich auf der zweiten Bahn etwas hängen, konnte aber mit dem besten Spieler auf Seiten des Gegners, Dieter Hasenstab (1041), souverän mithalten. Strobach begann zunächst verhalten, packte dann allerdings auf der zweiten Bahn ein Neunerfeuwerk im Räumen aus (Räumer: 135, Gesamt: 310). Beflügelt von diesem Ergebnis, spielte er wie im Rausch noch zwei weitere starke Bahnen und belohnte sich mit seinem ersten 1100er. Seinen Gegner Kai Münch (1013) hatte er völlig im Griff.
Der Vorsprung der Wolfsburger wuchs auf vorentscheidende 177 Kegel an, und sie wussten im letzten Block mit Gerhard Gams (1049) und Ronald Schlimper (1078) die heimstarken Routiniers auf der Bahn. Gams, der ebenfalls gesundheitlich nicht auf der Höhe war, spielte zunächst zurückhaltend. Mit einer sehr starken zweiten Bahn holte er sich Motivation für den Schlussspurt und musste sich nach drei Bahnen entkräftet durch Andreas Hüttl auswechseln lassen. Zusammen hatten sie dennoch keinerlei Mühe mit Rene Zesewitz (1038), der zum Ende hin immer lustloser agierte. Schlimper spielte wieder mal ein Topergebnis und zeigte damit, dass sich die Wolfsburger auf ihren Altmeister immer verlassen können. Mit bärenstarken 722 in die Vollen von Schlimper konnte sein Gegner Sören Busse (Gesamt: 921) zu keiner Zeit mithalten.
Am Ende siegt der KV Wolfsburg hoch verdient mit einem Vorsprung von 344 Kegeln und feierte den achten Heimsieg in acht Spielen. Für Sandhausen schwindet mit dieser Niederlage die Chance auf den Meistertitel. Carsten Strobach sagte nach dem Spiel: „Der Sieg heute war nach den zwei Auswärtsniederlagen sehr wichtig. Da kam mein erster 1100er genau zur richtigen Zeit."
Sandhausen verzweifelte wie so viele Bundesligisten vorher an den besonderen Umständen in Wolfsburg. Alte Asphaltbahnen mit entsprechenden Rillen, die nur die Spieler des Gastgebers gleich finden und entsprechend ausnutzen. Mit zunehmender Spieldauer wuchs der Ärger bei einigen Sandhäusern. Fabian Kirsch fluchte, Sören Busse resignierte, René Zesewitz, mit herausragenden 552 Kegeln gestartet, verlor allmählich die Lust und kam „nur“ auf 1039 Kegel. Bei Wolfsburg kam Carsten Strobach auf 1105 Kegel und der bereits 67-jährige Ronald Schlimper schaffte es wieder einmal, 200 Mal die Kugel „auf die Rille zu legen“ und 1078 Kegel (722 in die Vollen) umzuwerfen. „Klar, wir haben uns unter Wert verkauft, aber diese Bedingungen sind schon besonders“, ärgerte sich Vorsitzender Mike Heckmann.
Mathias Hähnel/Michael Rappe