Totgesagte leben länger - Erster Saisonsieg für Walldorf
Das war ein schwarzes Wochenende für die Kegler des KV Wolfsburg. Wäre die Niederlage beim SK Walldorf mit 5775:5357 nicht schon schlimm genug, gibt es auch noch zusätzliche personelle Probleme. "Mit nur drei Spielern, die körperlich fit sind, kannst du kein Spiel gewinnen", sagte der zurückgekehrte Kapitän Gerhard Gams bei der Absage. Das Spiel beim aktuellen Tabellenletzten, der zum ersten Mal in dieser Saison in kompletter Besetzung antreten konnte, begannen die Wolfsburger mit Carsten Strobach (976), André Landschädel (884) und Manuel Wassersleben (1002). Der KVW fand zu Beginn überhaupt nicht in das Spiel und musste nach den ersten Vollen sofort einem Rückstand hinterherlaufen. Alle drei Wolfsburger fanden dann jedoch ihren Rhythmus im Abräumen und konnten das Spiel offen gestalten. Eine schwache dritte Bahn von Strobach kostete ihn ein Ergebnis jenseits der 1000er Marke, dennoch konnte er dem Gastgeber Ivan Kovacic (893) entscheidende Kegel abnehmen. Keine Chance in seinem Duell hatte Landschädel. Er spielte ungewohnt fehlerbehaftet gegen Klaus Körner (1013), der zwei ganz starke Durchgänge spielte. Wassersleben lieferte eine sehr gute Partie ab. Lediglich das letzte Abräumen verschlief er etwas, hatte aber gegen Marcus Cap (955) die Nase vorn. Mit einem Kugel Vorsprung gingen die Wolfsburger in die zweite Hälfte der Partie.
Andreas Hüttl (896), Gerhard Gams (957), beide erstmals seit drei Spielen wieder an Bord, und Mathias Hähnel sollten diesen knappen Vorsprung verteidigen. Bereits auf der ersten Bahn zeigte sich, dass dieses Spiel kein gutes Ende für die Wolfsburger nehmen würde. Wie entfesselt spielten die Gastgeber Dieter Heiler (941), Gerald Drescher (988) und Frank Steffan (985) zu Beginn auf und konnten nach der ersten Bahn fast 100 Kegel Vorsprung herausspielen. Von diesem Schlag sollten sich die Wolfsburger nicht mehr erholen, welches mehrere Gründe hatte. Hähnel bekam auf der zweiten Bahn Kreislaufprobleme und musste eine Verletzungspause einlegen. Er konnte sein Spiel zwar nochmal aufnehmen, man merkte aber, dass er deutlich gehandicapt war. Nach der dritten Bahn war dann endgültig Schluss bei Hähnel, es ging einfach nicht mehr. Bei Gams merkte man die fehlende Spielpraxis. Hinzu kam, dass er kurz vor dem Spiel von einer Dienstreise zurückkam und so nicht sein gewohntes Spiel durchziehen konnte. Letztlich hatte er gegen Drescher das Nachsehen. Hüttl hatte trotz dreiwöchiger Pause wieder mit Rückenproblemen zu kämpfen und quälte sich damit über die gesamte Spieldauer. Auch er hatte gegen Heiler keine Chance. Letztlich ist nicht die deutliche Niederlage das Schlimmste, sondern die Tatsache, dass es personell langsam etwas eng wird in den Reihen des KVW. "Mal sehen, ob ich in zwei Wochen sechs einsatzfähige Spieler habe", sagte Kapitän Gams nach dem Spiel etwas ratlos und frustriert Jetzt ist erstmal eine Woche spielfrei, was bei den meisten Wolfsburgern definitiv zur Regeneration genutzt wird.
Die wichtigste Erkenntnis für Walldorf war: Frank Steffan konnte nach langer Verletzungspause durchspielen. Erfreulich ist weiter die gute Form von Klaus Körner, der den zweiten Tausender in Folge schaffte. "Der Stolz Kran kann in der 1. Bundesliga auch siegen", freute sich Vorsitzender Helmut Hibschenberger.
Helmut Hibschenberger/Gerhard Gams