Plankstadter Heimschwäche wird zum Problem – Enttäuschung nach 5737:5797-Niederlage gegen GH/GW Sandhausen
Frei Holz Plankstadt muss aufgrund seiner Heimschwäche um den Klassenerhalt in der Bundesliga bangen. Im Derby gegen GH/GW Sandhausen gab es eine enttäuschende 5737:5797-Niederlage. Es war die vierte in Folge, so dass die Tabellensituation langsam bedrohlich wird. Die Startspieler Thomas Hörner, Andreas Tippl und Rainer Nord zeigten gute Leistungen und holten einen deutlichen Vorsprung heraus. Beim Schlusstrio lief es dann nicht mehr. Sie gaben gleich auf der ersten Bahn 62 Kegel ab, auf der zweiten gingen die Gäste schon in Führung. Thorsten Vörg war für Marco Mergenthaler ins Team gerückt, weil bei ihm wegen einer Handverletzung nicht klar war, ob er würde durchspielen können. Vörg fand jedoch nie ins Spiel und kam nur auf 888 Kegel. Der ebenfalls schwach agierende Jörg Schneider wurde dann gegen Mergenthaler ausgewechselt, der noch 500 Kegel draufspielte. Das reichte aber nicht mehr, da auch Erhard Stritzke nicht überzeugen konnte.
Der Leistungsabfall des Schlusstrios war eklatant. „Es kann nicht sein, dass die Startreihe fast einen Tausender im Schnitt spielt, wir deutlich in Führung gehen, und dann das Spiel noch vergeigt wird“, ärgerte sich Sportwart Andreas Tippl. Thorsten Vörg zeigte sich selbstkritisch: „Zuhause sollte jeder Spieler in der Lage sein, 950 Kegel zu erzielen.“ Wenn Plankstadt die Heimschwäche nicht ablegt, geht es einer schweren zweiten Saisonhälfte entgegen.
Groß war der Jubel im Lager von GH/GW Sandhausen. Im Startrio lief, neben Tobias Woll und Dominik Schulz, auch wieder Willi Redlin auf, nachdem er letzte Woche beruflich verhindert war. Von Beginn an entwickelte sich eine hochklassige Partie mit teilweise sehr guten Ergebnissen. Willi Redlin fand auf Sandhäuser Seite am besten ins Spiel und erzielte auf seinen ersten 100 Wurf sehr gute 512 Kegel. Tobias Woll stand dem nur minimal nach und startete mit 495 Kegeln. Dominik Schulz fand allerdings überhaupt nicht in sein gewohntes Spiel und brachte es, auch bedingt durch ungewohnt viele Fehler, nur auf magere 448 Kegel. Die Gastgeber nutzten dies direkt aus und erspielten sich von Bahn zu Bahn einen größeren Vorsprung. Nach 39 Wurf im dritten Durchgang zog Gut Holz dann die Konsequenz aus dem unglücklichen Spiel von Schulz und wechselten ihn gegen Mirko Sveiger aus. Aber auch er fand nicht zu seiner Normalform, so dass das Zählwerk für beide zusammen am Ende bei schwachen 873 Kegeln stehen blieb. Gegen den stark spielenden Andreas Tippl (1011 Kegel) bedeutete dies einen mächtigen Rückstand von 138 Kegel. Besser machten es hier weiterhin Woll und Redlin. Gerade im letzten Durchgang zeigten beide mit Ergebnissen jenseits der 260 (Woll 266 und Redlin 267) eine starke Vorstellung und sorgten so mit den 1003 Kegeln (Woll) und 1013 Kegeln (Redlin) dafür, dass die Gastgeber nicht noch weiter davon sprinteten. Allerdings konnten die Gut Holzer auch mit diesen Ergebnissen den Rückstand nur marginal auf -106 Kegel verkürzen.
Nun mussten Christian Schneider, Michael Masuhr, der leicht angeschlagen ins Spiel ging, und Marco Goldbach, der an diesem Tag seinen 25. Geburtstag feiern durfte, alles geben, um noch eine kleine Chance haben zu können. Alle drei spielten ordentlich auf, aber gerade Masuhr merkte man an, dass er nicht 100%ig fit war. Glücklicherweise konnte er trotz unrundem Bewegungsablaufs die Gasse halten und startete mit sehr gut 257 Kegeln, mit denen er bereits 25 Kegel zurückerobern konnte. Schon hier zeigte sich, dass das Spiel noch lange nicht entschieden war, denn seine Mitspieler standen ihm hier in nichts nach. Schneider konnte mit seinen 239 ebenfalls 17 Kegel zurückholen und auch das Geburtstagskind zeigte mit kämpferischer Leistung die Zähne und nahm seinem Gegenspieler 20 Kegel ab. Dies schien die Gastgeber zu verunsichern, und so zeigten zwei der Heimspieler unerwartete Schwächen. Die Sandhäuser Spieler spürten dies und witterten ihre Chance das Spiel noch drehen zu können. So spielten alle drei konzentriert, kämpferisch und mit Biss weiter und holten sich so Kegel für Kegel zurück.
Auch eine Auswechslung auf Seiten der Plankstädter konnte diesen Trend nicht stoppen. Bereits nach der Hälfte des Schlusstrios war der Rückstand vergessen und die Gäste sahen sich mit vier Kegeln in Front. Im weiteren Verlauf des Spiels sahen die Gastgeber Ihr Spiel weiter davonschwimmen. Der eingewechselte Mergenthaler aus Plankstadt spielte zwar bedeutend stärker auf, allerdings konnte auch er dem Spiel keine weitere Wende aufzwingen. Zu stark und konstant präsentierten sich die Sandhäuser auf den Bahnen. Einer kleinen Schwächeperiode im dritten Durchgang ließ Masuhr im vierten Durchgang nochmal ein Knaller (266 Kegel) folgen und erreichte so starke 992 Kegel. Adrenalin war hier wohl stärker als ein schwächelndes Knie. Auch die beiden Neuzugänge Goldbach und Schneider präsentierten sich in starker Verfassung und nutzten jede Schwäche ihrer Gegenspieler aus. Mit guten 950 Kegeln für Schneider und 966 für Goldbach war das Spiel zurückerobert.
Michael Rappe/Michael Masuhr