DAS TOPSPIEL
Vollkugelclub dominiert eindeutig – Überraschend klarer 6195:5976-Erfolg des deutschen Meisters im Gipfeltreffen gegen Rot-Weiß Sandhausen
Der deutsche Meister VKC Eppelheim hat einen großen Schritt Richtung Titelverteidigung gemacht. Mit einem in der Höhe unerwarteten 6195:5976-Erfolg gegen Verfolger Rot-Weiß Sandhausen setzten sich die Eppelheimer auf vier Punkte ab. Das ist am achten Spieltag zwar noch keine Entscheidung, doch die Richtung stimmt beim VKC. Auf den heimischen Bahnen in der Classic Arena scheint er unschlagbar. Es kommen aber noch schwere Auswärtsspiele in Wolfsburg, Ettlingen, Sandhausen oder Aschaffenburg.
Vor knapp 200 Zuschauern – für einen Samstagnachmittag, wo fast alle Kegler selbst aktiv sind, ist das sehr beachtlich – fiel die Entscheidung schnell. Gunther Dittkuhn nahm Sören Busse 58 Kegel ab. Busse war im Juni auf den Bahnen der Classic Arena noch deutscher Einzelmeister geworden, am Samstag lief bei ihm aber gar nichts zusammen. 948 Kegel sind weit unter seinen Möglichkeiten. Ein tolles Duell lieferten sich Christian Brunner und Dieter Hasenstab. Mit einer herausragenden ersten Bahn (288 Kegel) legte Brunner den Grundstein dafür, dass er letztlich 15 Kegel vor dem besten Sandhäuser war, der 1049 Kegel erzielte. Brunner wurde mit 1064 Kegeln Tagesbester und räumte dabei glänzende 407 Kegel ab. Daniel Aubelj holte gegen Fabian Kirsch weitere 36 Kegel heraus, so dass die Spannung nach dem Starttrio bei 109 Kegeln Vorsprung für die Gastgeber schon ziemlich raus war. Die Sandhäuser spielten seltsam verzagt, was vielleicht auch an der schwarzen Serie gegen den VKC liegt. Neun der zehn letzten Partien beim Vollkugelclub hatten die Sandhäuser verloren.
Und das Schlusstrio mit Kai Münch, René Zesewitz und Simon Haas konnte die zehnte Niederlage nicht verhindern. Sie konnten im Abräumen (2086:2228) überhaupt nicht mithalten. Zwar gelangen Münch (1010) und Zesewitz (1013) noch zwei Tausender, die Eppelheimer ließen jedoch nicht nach. Marlo Bühler, Tobias Lacher und Jan Jacobsen übertrafen ebenfalls die Tausendermarke. Vor allem Jacobsen zeigte ein ganz starkes Spiel, die letzte Bahn war mit 286 Kegeln wirklich klasse. 668 in die Vollen, 373 im Abräumen bei null Fehlern ergaben das zweitbeste Ergebnis des Tages (1041). Klar, dass bei den Eppelheimern nach Spielende Jubel herrschte. Die zweite Meisterschaft in Folge ist keine Utopie. Trotzdem bleiben alle auf dem Teppich, gerade im Hinblick auf die schweren Auswärtsspiele. Für den Spruch des Tages sorgte Ex-Vorsitzender Klaus Erni: „Das sind jetzt 16 Punkte gegen den Abstieg“, meinte er grinsend. Der Bayern-Fan freute sich parallel noch über den Dreierpack von Thomas Müller bei Eintracht Frankfurt. Im Kegeln und Fußball das Maß aller Dinge - so was nennt man wohl einen rundum gelungenen Nachmittag.
Stimmen zum Gipfeltreffen:
Gunther Dittkuhn (VKC): "Ich hatte mehr Spannung erwartet. Mit 1006 Kegeln bin ich gerne der ‚Max‘.“
Tobias Lacher (VKC): „Wir waren von Anfang an dominant und haben den Heimvorteil genutzt. Ich hätte nicht gedacht, dass es so hoch wird. Ich streite es jetzt nicht mehr ab, dass wir Titelfavorit sind.“
Heiner Seeger (Trainer VKC): „Kompliment an die Mannschaft. Jeder war auf heute nicht einfachen Bahnen hoch konzentriert. Wir machen die Bahnen natürlich nicht so, dass jeder hier 1100 spielt. Ich freue mich auf das Rückspiel, erst dann geht es um die Meisterschaft.“
Jan Jacobsen (VKC): "Sechs Tausender, das ist gut. Der Sieg ist überraschend klar. Mit meiner letzten Bahn (286) bin ich sehr zufrieden.“
Mike Heckmann (Vorsitzender Rot-Weiß): "Wir waren heute einfach zu schlecht. Unter 6000 Kegel sind eigentlich nicht vorstellbar. Unsere Mannschaft muss sich erst noch finden. Die Welt geht nicht unter, wenn wir nicht Erster werden.“
Kai Münch (RW): "Momentan spielen wir unter unseren Möglichkeiten. Die Eppelheimer Bahnen liegen einigen von uns nicht. Vier Punkte Rückstand, das geht noch. Beide haben noch schwere Auswärtsspiele. Zu Hause wird Eppelheim wohl ungeschlagen bleiben, aber in Ettlingen und Mörfelden muss man erstmal gewinnen."
Michael Rappe