Pressebericht

1. Bundesliga Männer: BF Damm Aschaffenburg 1 - SG Ettlingen 1 (5691:5826)




Bahnfrei Aschaffenburg lässt überraschend Federn - Ettlingen siegt letztlich souverän

Nach dem Auftakterfolg in Goldkronach wollten die Dämmer Bahnfreien in der Heimpartie gegen den bärenstarken Neuling von der SG Ettlingen unbedingt nachlegen. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Zu Beginn sah es für die Einheimischen noch recht gut aus, als ein Vorsprung von knappen 13 Kegeln auf die Beine gestellt werden konnte. Maßgeblichen Anteil daran hatte der talentierte Patrick Lebert mit prächtigen 976 Kegeln. Doch schon in der Mittelachse schwammen die Felle davon, als ein Totalausfall die Gäste begünstigten, die nun ihrerseits mit 130 Guten in Front zogen. Einen noch größeren Rückstand vermied der Lokalmatador Horst Schlett mit mannschaftsbesten 984 Kegeln. Zum Schluss waren die aufgebenden Hausherren noch nicht einmal eine Ergebniskosmetik vergönnt, nachdem die Badener um kein Kontra verlegen waren. Gleichzeitig zerstörten Andreas Wolf & Co. den Heimnimbus der Aulbach-Schützlinge.

Dieser Heimnimbus war den Ettlingern gar nicht bewusst, als sie zum ersten Auswärtsspiel der noch jungen Saison nach Aschaffenburg zur heimstarken Mannschaft von Bahnfrei Damm 1920 fuhren. Vor Beginn der Partie wussten wir um die Heimstärke der Gastgeber, sollten sie komplett antreten können. Ergebnisse im Bereich 6000 konnten die Dämmer Spieler in den letzten Jahren schon mehrfach zeigen, wir waren also vorgewarnt, zumal die Gastgeber ihr erstes Spiel auswärts in Goldkronach knapp gewinnen konnten. Auf unserer Seite waren alle Spieler fit und einsatzfähig, so dass wir mit der nominell stärksten Mannschaft zu diesem schweren Auswärtsspiel antreten konnten. Mit Neuzugang Andreas Wolf, der sich bislang in überragender Form präsentierte, hat die Mannschaft der SG Ettlingen enorm an Breite gewonnen und tritt nun auch ganz anders auf, denn Andreas Wolf vermag mit seinem unbedingten Siegeswillen die gesamte Mannschaft mitzureißen und zu begeistern.

Unser bewährtes Startpaar Gerd Wolfring und Jörg Schneidereit musste gegen die Routiniers Udo Frey und Patrick Lebert auf Seiten der Aschaffenburger auf die Bahnen. Unsere beiden Spieler, sichtlich nervös, konnten dem Ansturm der Gastgeber zunächst nichts entgegensetzen und gerieten sofort in einen großen Rückstand, so dass es zur Halbzeit der ersten Paarung 80 Kegel Plus für die Gastgeber stand. Erst auf den beiden letzten Bahnen hatten unsere Spieler die spielerischen Mittel, um selbst vorzupreschen und die Gastgeber unter Druck zu setzen, so dass diese unserem Ansturm nicht mehr gewachsen waren und plötzlich Fehler in ihrem vorher so guten Spiel zeigten. Das war die Chance, den Rückstand zu verringern und es klappte, bis auf 13 Kegel konnten wir den Rückstand verringern. Gerd Wolfring, mit nervösem Start noch auf 945 Kegel gekommen, musste seinen Gegner Udo Frey mit für ihn ungewohnt schwachen 952 Kegel zwar ziehen lassen, hielt den Rückstand aber im überschaubaren Rahmen. Jörg Schneidereit konnte an diesem Tag auf den nicht so ganz fallträchtigen Bahnen mit 970 Kegel zufrieden sein und sah seinen Gegner Patrick Lebert mit 976 Kegel sogar noch in Schlagdistanz.

Da auf Seiten der Gastgeber der Routinier Hermann Heider urlaubsbedingt fehlte, musste unser Mittelpaar Andreas Wolf und Rainer Grüneberg gegen Youngster Felix Kopp und Routinier Horst Schlett auf die Bahnen. Von Beginn an zeigte unser Mittelpaar ein fehlerfreies und druckvolles Spiel, dem der Gegner bald nicht mehr folgen konnte. So setzten wir uns von Bahn zu Bahn mehr ab und drehten bald den Rückstand in einen komfortablen Vorsprung. Unsere beiden Spieler spielten die gesamte Distanz sehr sicher und auf einem hohen Niveau. Die Aschaffenburger hatten mit Felix Kopp einen jungen Spieler gegen Andreas Wolf gestellt, der aber mit der ihm auferlegten Aufgabe völlig überfordert schien und mit 858 Kegel am Ende gegenüber starken 995 Kegel von Andreas Wolf letztlich völlig chancenlos war. Trotzdem muss man den Aschaffenburgern an dieser Stelle Respekt zollen, dass sie auf die Jugend gebaut hatten und keinen Spieler aus der 2. Mannschaft abgezogen hatten, dies wäre sicherlich auch möglich gewesen, denn auf den Nebenbahnen spielten bundesligaerfahrene Spieler in der Aschaffenburger Reserve. Rainer Grüneberg löste seine Aufgabe mit 990 Kegel auch sehr gut und hielt damit Horst Schlett auf Seiten des Gastgebers mit 984 Kegel knapp auf Distanz. Dank zweier toller Ergebnisse unseres Mittelpaares gelang es uns, aus 13 Kegel Rückstand ein Plus von 130 Kegel zu machen, mit dem unser Schlusspaar auf die Bahnen entlassen wurde.
Unser bewährtes Schlusspaar Thomas Speck und Dieter Ockert hatte nun die dankbare Aufgabe, diesen Vorsprung gegen Sven Fornoff und Emmerich Blahut zu verteidigen. Unsere beiden Spieler begannen auf der ersten Bahn stark, bauten dann aber in den Mitteldurchgängen etwas ab, um sich dann gegen Schluss wieder zu erholen. Mannschaftskapitän Thomas Speck tat sich an diesem Tag schwer und musste am Ende mit nicht ganz bundesligatauglichen 946 Kegel zufrieden sein, sein Gegner Sven Fornoff zog mit den letzten Würfen mit 963 Kegel noch an ihm vorbei. Dieter Ockert hingegen stabilisierte sich auf hohem Niveau und zeigte mit 980 Kegel guten Kegelsport, mit dem er seinem Gegner Emmerich Blahut mit 958 Kegel wichtige Kegel abnehmen konnte. Insgesamt tat sich aber die Schlusspaarung nicht mehr weh und so konnte das Spiel am Ende mit 5826:5691 doch noch deutlich gewonnen werden, obwohl es am Anfang überhaupt nicht danach aussah. Unsere Mittelpaarung hatte an diesem Tag einfach einen bärenstarken Auftritt und konnte damit dem Gegner die nötigen Kegel abnehmen, so dass dieser letztendlich chancenlos war.
Mit diesem Sieg steht die Mannschaft weiter verlustpunktfrei ganz oben in der Tabelle und darf sich am kommenden Wochenende auf die packende Begegnung zwischen der SG Ettlingen und dem KV Wolfsburg in Ettlingen freuen. Die Wolfsburger, die wie wir noch verlustpunktfrei vor uns in der Tabelle stehen, sind eine harte Nuss, denn diese Mannschaft ist in der Lage, punktgenau eine hohe Leistung abzurufen. Aus diesem Grund sind wir gewarnt und werden dieses Spiel angehen, als wäre es das Endspiel um die deutsche Meisterschaft. Wir werden daher sicherlich am kommenden Samstag um jeden einzelnen Kegel fighten und uns der enormen Herausforderung stellen.

Heinrich Pröpster/Thomas Speck


Ergebnisse BF Damm Aschaffenburg 1:
Udo Frey 952, Patrick Lebert 976, Felix Kopp 858, Horst Schlett 984,
Sven Fornoff 963, Emmerich Blahut 958

Ergebnisse SG Ettlingen 1:
Gerd Wolfring 945, Jörg Schneidereit 970, Andreas Wolf 995, Rainer Grüneberg 990,
Thomas Speck 946, Dieter Ockert 980

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