Neuling Plankstadt nur ein Spielball des Titelfavoriten – Sandhausens Neulinge Kai Münch und Simon Haas überzeugen
Es war ein Feiertag für Frei Holz Plankstadt, bei dem am Ende lediglich das passende Ergebnis fehlte. Das erste Bundesligaspiel seit 13 Jahren lockte eine große Zuschauerkulisse an, die Euphorie war riesig, Bürgermeister Jürgen Schmitt ließ es sich nehmen, eine Ansprache zu halten. Zu Gast war mit Rot-Weiß Sandhausen einer der Meisterschaftsfavoriten, und da wollten sich die Plankstädter gut präsentieren. Zumindest einen spannenden Spielverlauf hatten sich die sonst so heimstarken Gastgeber gewünscht. Doch das gelang nur phasenweise. Der Favorit zeigte eine überragende Leistung und siegte mit neuem Bahnrekord 6071:5764. Mit vier Tausendern demonstrierten die Sandhäuser ihre große Klasse, ihr Bester war René Zesewitz mit 1037 Kegeln.
Die Frei Holz-Akteure dagegen waren sehr nervös, fast alle blieben unter ihrem gewohnten Leistungsniveau. Die Gäste gingen von der ersten Bahn an in Führung und bauten diese im Verlauf der Begegnung immer weiter aus. Im Starttrio enttäuschte Thomas Hörner vor allem in die Vollen, Debütant Christian Schneider gab zumindest nur drei Kegel gegen Sören Busse ab. Rainer Nord schwang sich mit 989 Kegeln zum besten Plankstadter auf. Mit 122 Kegeln Rückstand ging die Schlussachse Plankstadts ins Spiel. Hier brach vor allem Jörg Schneider nach guter erster Bahn (259 Kegel) völlig ein und gab gegen Zesewitz allein 126 Kegel ab. Andreas Tippl war zwar in die Vollen gut, im Abräumen blieb er jedoch mit 299 Kegeln weit hinter den Erwartungen. Eine Niederlage mit 307 Kegeln hatte sicherlich niemand erwartet, und daher zog der zweite Vorsitzende Günther Bauer ein zwiespältiges Fazit. „Organisatorisch haben alle Abläufe gut geklappt, auch mit der Zuschauerresonanz sind wir sehr zufrieden“, sagte Bauer, „das Ergebnis spielte da leider nicht mit. Offenbar zeigte sich ein Teil unserer Spieler von der für sie ungewohnt großen Kulisse beeindruckt.“
Die Sandhäuser zeigten in Plankstadt ihre große Klasse, die sich mit den Neuzugängen Kai Münch und Simon Haas noch beträchtlich gesteigert hat. Beide überzeugten vollends. Münch kam auf 1021, Haas sogar auf 1029 Kegel (375 geräumt). „Anfangs war ich doch ziemlich nervös“, sagte Haas, „die erste Liga ist im Vergleich zur 2. Bundesliga eine andere Welt“. Eine Klasseleistung zeigte auch René Zesewitz, bei dem vorher unklar war, ob er 200 Kugeln würde durchspielen können. Er startete mit 553 Kegeln und schwang sich mit 1037 zum Tagesbesten auf. Gewohnt stark in die Vollen war Dieter Hasenstab. „Das war sehr gut, so ein Ergebnis habe ich vorher nicht erwartet“, meinte Sandhausens Vorsitzender Mike Heckmann.
Michael Rappe